Forscherin glaubt: Wale tragen "Namen"

15. Juni 2009, 17:32
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Deutsche Bioakustikerin: "Man kann annehmen, dass sie Signatur-Pfeiftöne haben"

Winnenden/Henningsvaer - Grind- und Schwertwale sprechen nicht nur per Pfeifton ihre Jagdtaktik ab, sondern geben nach Einschätzung der Walforscherin Heike Vester damit auch so etwas wie eine Selbstbezeichnung kund. "Man kann annehmen, dass sie Signatur-Pfeiftöne haben", erläutert Vester im nordnorwegischen Henningsvaer. Die Meeressäuger unterhielten mit ihren Lauten ein ausgeklügeltes Kommunikationssystem, das auch klare Anweisungen möglich mache. Etwa: "Schlagt ihr euch von links, ich mich von rechts in den Heringsschwarm rein."

Die 39 Jahre alte Verhaltensbiologin aus Winnenden lebt seit zehn Jahren in Norwegen und hat sich mit ihrem Institut "oceansounds" auf Bioakustik spezialisiert. "Ich interessiere mich für die Laute der Wale und versuche herauszufinden, welche Arten welche Laute produzieren", sagt Vesper. Doch die Unterschiede gingen noch tiefer. "Die verschiedenen Gruppen haben Abwandlungen des Repertoires, das sind gelernte Dialekte. Das sagt etwas über Verwandtschaftsgruppen aus." Hinzu kämen individuelle Züge einzelner Tiere.

"Wenn mehr als eine Gruppe zusammen ist, produzieren Wale ganz verschiedene Laute. Also ist das für die Kommunikation zwischen den Gruppen wichtig", erklärt Vester. Zudem hielten die Töne die Verbände zusammen. Bei den Schwertwalen habe sie bereits bis zu 17 verschiedene Laute - Pfeifen, Brummen und Knattern - innerhalb einer Gruppe unterscheiden können, berichtet die Walforscherin. (APA/dpa/red)

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    Soziales Verhalten spielt eine zentrale Rolle im Leben von Schwertwalen.

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