Höhepunkt der Krise steht noch bevor

15. Juni 2009, 17:36
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Die Wirtschaftskrise wird nicht rasch zu Ende gehen. Darin sind sich Experten einig. Der Internationale Währungsfonds glaubt, dass das Schlimmste noch bevorsteht

Wien - Der Internationale Währungsfonds (IWF) zerstreut die Hoffnung auf ein baldiges Ende der weltweiten Wirtschaftskrise. Im Gegenteil: Der Höhepunkt der Krise könnte laut IWF nämlich noch bevorstehen. "Wir haben den großen Teil vom Schlimmsten noch nicht hinter uns" , sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn am Montag bei einem Besuch in Kasachstan. Nach Einschätzung der G-8-Staaten gebe es zwar erste Lichtblicke. Aber Vorsicht sei dennoch angebracht, sagte Strauss-Kahn.

Strategiewechsel

Am Wochenende hatten die Finanzminister der sieben führenden Industriestaaten und Russlands (G-8) bei ihrem Treffen im italienischen Lecce von Zeichen für eine Stabilisierung in ihren Volkswirtschaften berichtet. Sie wandten sich deshalb von teuren Konjunkturprogrammen hin zu mehr Finanzdisziplin und erteilten dem IWF den Auftrag, die Grundlagen für diesen Strategiewechsel zu erarbeiten.

Auch China hat Hoffnungen auf eine rasche Rückkehr zu alten Boom-Zeiten gedämpft. Die Volksrepublik habe noch einen beschwerlichen Weg vor sich, um den Exportsektor zu stabilisieren, warnte am Montag ein Sprecher des Handelsministeriums. Die Ausfuhrwirtschaft war eine der Säulen des Aufschwungs im Reich der Mitte, bevor sich das rasante Wachstum im Zuge der Krise abkühlte. Der frühere Zentralbankberater Li Yang sagte, die globale Wirtschaft werde die Rezession erst in rund fünf Jahren überwunden haben. "China sollte daher nicht auf eine Belebung der Nachfrage aus dem Ausland als Antriebskraft für eine Erholung setzen" , sagte Li. China hat ein Wirtschaftsprogramm von 414 Mrd. Euro aufgelegt und investiert insbesondere in die Infrastruktur und das Gesundheitswesen.

Österreichs BIP-Absturz gebremst

In Österreich scheint sich der BIP-Absturz zwar langsam abzubremsen. Laut den Bank-Austria-Ökonomen kommt der Konjunkturtiefpunkt in Österreich langsam in Sicht, "der Aufschwung jedoch nicht" . Ernüchternde Schätzung: Die Wirtschaft wird erst 2013 wieder auf Vor-Krisen-Niveau zurückkehren. Mit Wirtschaftswachstum in Österreich sei jedenfalls auch 2010 nicht zu rechnen.

Im Mai habe sich zumindest die Stimmung der heimischen Konsumenten vom Allzeittief des Vormonats entfernt. Die Effekte der Steuerreform hätten die schlechten Arbeitsmarktnachrichten überkompensiert. (Reuters, bpf)

 

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