Parlament diskutiert Strategie in Streit um Staatsnamen

15. Juni 2009, 16:33
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Lösung des Konflikts mit Griechenland soll keine Verfassungsänderung nach sich ziehen

Skopje - Das Parlament Mazedoniens diskutiert am heutigen Montag einen Entwurf einer offiziellen Strategie für die Lösung des langjährigen Streits mit Griechenland über den Staatsnamen. Entsprechend dem Entwurf, auf welchen sich Medien berufen, soll die UNO-vermittelte Lösung des Streites keine Änderung der mazedonischen Verfassung bewirken.

Es soll sich um einen Vorschlag handeln, bei dem der vorläufige Name "Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien" (FYROM), unter welchem das Land 1994 in die UNO aufgenommen wurde, für UNO-Belange ersetzt werden soll. Als mögliche Lösung für den Namensstreit fungierten neuerdings vor allem die Vorschläge "Nord-" oder "Ober-Mazedonien".

"Absolut unannehmbar"

Ein Berater des mazedonischen Präsidenten Gjorge Ivanov hat diese Vorschläge aber nun ebenfalls als "absolut unannehmbar" bezeichnet. Realistisch wäre laut Risto Nikovski dagegen der Name "Republik Mazedonien (Wardar)". Der Name des Flusses kommt auch in einem mazedonischen Lied vor, argumentierte Nikovski gegenüber dem TV-Sender A-1.

Skopje und Athen streiten seit 1991 um den Namen der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik. Athen bekämpft den Namen Republik Mazedonien und in diesem Zusammenhang jede Nutzung von Personen und Symbolen der mazedonischen Geschichte durch die Nachbarrepublik. Die griechische Regierung befürchtet u.a. Gebietsansprüche auf ihre gleichnamige nordgriechische Provinz und sieht ihre Befürchtungen vor allem in der Präambel der mazedonischen Verfassung bestätigt. (APA)

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