Jobs im Tourismus vergleichsweise noch immer sicher

15. Juni 2009, 17:37
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Der WKO-Spartenobmann fordert für die Regionen ein Konjunkturpaket und lädt die Österreicher zum Urlaub daheim ein

Wien - Die Wirtschaftskrise, von der die Sachgüterindustrie voll getroffen wurde, hat um die Dienstleistungsbranchen bisher offenbar einen Bogen gemacht. "Der Arbeitsmarkt im Tourismus funktioniert trotz Krise nach wie vor recht gut", sagte der Chef des Arbeitsmarktservice (AMS), Johannes Kopf, am Montag nach einem von den Sozialpartnern organisierten Arbeitsmarktgipfel in Wien.

Die Arbeitslosigkeit sei in der Branche mit plus 14 Prozent auf rund 35.000 vergleichsweise moderat gestiegen. Im Bundesdurchschnitt hat die Arbeitslosigkeit um knapp 30 Prozent zugenommen.

Leicht gesunken ist in der Tourismusbranche zuletzt die Zahl der Beschäftigten. Per Ende Mai (jüngere Zahlen liegen noch nicht vor) waren rund 156.500 Personen in der Branche tätig, um 0,4 Prozent weniger als zum Vergleichszeitpunkt des Vorjahres.

Klima wird rauer

Tourismusgewerkschafter Rudolf Kaske verwies auf eine Studie des Forschungsinstituts Synthesis, das mögliche Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Tourismusbranche berechnet hat. Tenor: Das Klima wird rauer. Im ersten Szenario, bei dem eine entschlossene Konjunkturpolitik in Österreich und in wichtigen Quellmärkten wie Deutschland unterstellt wird, fallen heuer und im nächsten Jahr jeweils 3200 Tourismusjobs weg. Bei einer nur zögerlich vorangetriebenen Konjunkturpolitik würden heuer rund 6100 und 2010 etwa 6400 Arbeitsplätze wegfallen. Ein zusätzlicher Einbruch auf den Wachstumsmärkten Zentral- und Osteuropas würde mit einem Verlust im österreichischen Tourismus von heuer 8700 und nächstes Jahr 9200 Jobs einhergehen.

Der Spartenobmann in der Wirtschaftskammer, Johann Schenner, forderte ein Konjunkturpaket, das speziell den Regionen und Gemeinden zugutekommen soll. "Das sind die wichtigsten Partner im Tourismus, ihnen muss man helfen", sagte Schenner. (stro, DER STANDARD, Printausgabe, 16.6.2009)

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