SIS-Betriebsrat kämpft weiter um Arbeitsplätze

15. Juni 2009, 14:53
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Petition an Aufsichtsratsmitglieder übergeben

Wien - Die Siemens-Belegschaftsvertretung in Wien protestiert weiter gegen den drohenden Abbau von Arbeitsplätzen. Rund 40 Betriebsräte haben sich am Montagvormittag vor dem Siemens Forum versammelt, um bei der dort stattfindenden Aufsichtsratssitzung gegen die Pläne der Firmenleitung zu protestieren, 50 Prozent der Mitarbeiter im Softwarebereich SIS (früher Siemens PSE) abzubauen, teilte SIS-Betriebsratschef Ataollah Samadani mit. Bereits gestern haben die Betriebsräte eine Petition an alle Mitglieder des Aufsichtsrates verschickt, um sie auf die prekäre und dramatische Lage aufmerksam zu machen.

Der Betriebsrat betonte gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden Siegfried Russwurm und Vorstandsvorsitzender Brigitte Ederer seine Bereitschaft, über alle konstruktiven Vorschläge des Unternehmens zu reden, die helfen, die drohenden Kündigungen zu vermeiden. "Vom Aufsichtsrat der Siemens AG Österreich erwarten wir jetzt ein klares Signal, sich ebenfalls für die Sicherung der Arbeitsplätze in Österreich einsetzen zu wollen", so Samadani.

Gesamtbetriebsrat sorgt für Irritation

Unterstützt wurde die Aktion heute durch eine Delegation des Angestelltenbetriebsrates Wien 21, der größten Betriebsratskörperschaft der Siemens AG Österreich und der Elektro- und Elektronikindustrie. Für Irritation sorgten Aussagen des Siemens-Gesamtbetriebsrats in Deutschland, Lothar Adler, der in der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag" Spekulationen über bevorstehende weitere Stellenstreichungen im Siemens-Konzern zurückgewiesen hatte. "Mit größtem Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass der Gesamtbetriebsrat in Deutschland über die 1.200 in Österreich geplanten Kündigungen nicht informiert ist", so Samadani.

Der Betriebsrats-Chef hofft, dass die Gespräche vor der Schlichtungskommission der Sozialpartner, die voraussichtlich in dieser Woche stattfinden werden, einen deutlichen Schritt näher zu einer akzeptablen Lösung bringen, und einen Großteil der Arbeitsplätze in Österreich erhalten.(APA)

 

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