"Es geht um Ballbesitz und Ballverlust"

15. Juni 2009, 14:53
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Der Niederländer Huub Stevens nahm das Training in Salzburg auf. Für seine Philosophie reichte ihm ein Satz: "Wir wollen gewinnen, egal wie" - Svento verpflichtet, Spielmacher Sharbini am Verhandlungstisch

Salzburg - Niederländer folgt Niederländer. Huub Stevens hat das Traineramt bei Red Bull Salzburg jetzt auch in praktischer Ausführung übernommen. Der 55-Jährige beerbte Landsmann Jacobus Adriaanse. Trainer Stevens pflegt anders als sein Vorgänger den Ruf, der Defensive mehr spielerische Wertigkeit als der Offensive beizumessen. "Wir wollen gewinnen", so Stevens, "egal wie". Um seine Vorstellungen über modernen Fußballs zu beschreiben, braucht der Niederländer nicht viele Worte: "Es geht um Ballbesitz und Ballverlust."

Sechs Profis am Start

Seine erste Trainingseinheit musste der neue Trainer praktisch ohne Spieler gestalten. Gerade einmal sechs Profis fanden sich am Montag am Trainingsgelände in Taxham ein. Neben Neuzugang Christian Schwegler waren auch Heimkehrer Sasa Ilic, Barry Opdam, Ibrahim Sekagya, Christoph Leitgeb und Torhüter Heinz Arzberger erschienen. Das neue Trainerteam wird neben Stevens aus den beiden Co-Trainer Markus Schupp und Eddy Achterberg, Torhütercoach Herbert Ilsanker sowie dem Konditionstrainer Walter Gfrerer bestehen.

"Meisterschaft ist erstes Ziel"

Zweifel an den hochgesteckten Zielen des Titelträgers ließ Stevens keine Aufkommen. "Wenn man zu Red Bull kommt, ist die Meisterschaft das erste Ziel. Das zweite Ziel ist, international dabei zu sein. Ich kenne meinen Auftrag und werde sehr hart arbeiten, um diese Ziele zu erreichen", erklärte der neue Salzburg-Trainer. 

Eifersüchtige Gegner

"Die Spieler müssen wissen, dass sie immer 120 Prozent geben müssen. Denn wir sind die Gejagten. Die Gegner sind eifersüchtig auf Red Bull und wollen immer gewinnen", umriss Stevens die Ausgangslage.

Hochhauser stärkt noch den Rücken

Sportdirektor Heinz Hochhauser stärkte seinem Neo-Trainer, der bis Sommer 2011 unterschrieben hat, obligatorisch den Rücken. "Ich hoffe, dass Huub Stevens in den nächsten Jahren unser Trainer bleibt", meinte Hochhauser, der den Ball in punkto Saisonziele im Unterschied zu vergangenen Saisonen flach hielt. "Primär ist es die Meisterschaft, dann die Gruppenphase eines europäischen Bewerbes. Alles andere ist Träumerei."

Mit Janko in die Champions League

Bis zum ersten Trainingslager in Leogang ab 22. Juni könnte Salzburg laut Hochhauser "noch ein bis zwei Spieler dazu holen". Große Abgänge sind nicht mehr zu erwarten, Marc Janko wird dem Meister erhalten bleiben. "Ich will endlich diese Diskussionen beenden. Er möchte mit uns in die Champions League", meinte Hochhauser zu den anhaltenden Gerüchten um einen Transfer auf die britische Insel. Nichts in den Weg legen will Salzburg hingegen den abwanderungswilligen Vonlanthen (Young Boys Bern) und Öbster (Red Bulls New York). Die Verträge von Gercaliu, Bodnar und Meyer wurden nicht verlängert.

Dusan Svento verpflichtet, Anas Sharbini umworben

Vierter Neuzugang in Salzburg ist der 23-jährige Slowake Dusan Svento. Der defensive Linksfuß kommt vom tschechischen Topklub Slavia Prag. Dem Nationalspieler wird eine feine Technik attestiert, in Tschechien wurde er 2005/2006 sogar zum besten ausländischen Spieler der Liga gewählt.

Der kroatische Nationalspieler Sharbini war bereits zu Tests in Salzburg und von dem Red-Bull-Ambiente beeindruckt. "Der Vertrag ist aufgesetzt, es fehlen noch die Unterschriften", so Hochhauser. Kolportierte 2,5 Millionen Euro müsste Salzburg für den 22-jährigen Offensivspieler an NK Rijeka überweisen.

Keinen Platz im Team der Mozartstädter sollen in Zukunft Alt-Stars wie der immer wieder mit Salzburg in Verbindung gebrachte Ze Roberto von Bayern München haben. "Unser großes Ziel ist es, den Kader zu verjüngen, erklärte Hochhauser. Auch das künstliche Grün sei für diese Entscheidung mitverantwortlich: "Anscheinend verträgt sich der Kunstrasen nicht mit dem Alter." (sh, derStandard.at, 15.06.2009)

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    Nicht viel los im Bullenstall, aber Huub Stevens...

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    ...weiß: "Wenn man zu Red Bull kommt, ist die Meisterschaft das erste Ziel"

  • Stevens begrüßt Dusan Svento.
    foto: red bull

    Stevens begrüßt Dusan Svento.

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