Aerospace Austria stattet "Sentinel"-Satelliten aus

15. Juni 2009, 14:51
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Satelliten sollen die Signale des amerikanischen GPS-Systems nutzen können

Wien - Aerospace Austria wird das europäische Programm "Global Monitoring for Environment and Security" (GMES) beliefern: Die ersten drei "Sentinel"-Satelliten von GMES werden mit weltraumtauglichen GPS-Empfängern ausgestattet, die Lieferung soll im Jahr 2012 erfolgen, heißt es in einer Aussendung von Aerospace Austria.

GMES ist eine Initiative der Europäischen Kommission, die in Kooperation mit der europäischen Weltraumorganisation ESA. Aufgabe des Erdbeobachtungssystems wird eine weltweite Umwelt- und Sicherheitsüberwachung zu Land, zu Wasser und in der Atmosphäre sein. Vorgesehen sind Dienste unter anderem in den Bereichen Klimawandel, Umweltfragen, Ressourcenmanagement. Dazu nutzt GMES hauptsächlich Daten aus satellitengestützter Beobachtung von mehr als 40 europäischen und außereuropäischen Erdbeobachtungs- und Klimaforschungssatelliten, in Kombination mit erdgebundenen Mess- und Beobachtungsstationen. Diese Daten werden vom System aufgearbeitet und stehen als gebrauchsfertige Informationen europaweit zur Verfügung.

Die Anforderungen

Die ersten drei eigenen Satelliten des Systems - Sentinel-1, -2 und -3 - werden für die unterschiedlichen Aufgaben maßgeschneidert ausgestattet. Alle sollen die Signale der amerikanischen GPS-Satelliten für ihre genaue Positionsbestimmung im All nutzen. Die Produktlinie für die weltraumtauglichen Empfänger hat RUAG Aerospace Austria im Rahmen eines ESA-Auftrages für die Mission SWARM aufgebaut, nun werden die Geräte für die neuen Anforderungen adaptiert und weiterentwickelt.

Zu den Herausforderungen zählt für die Entwickler ein geringes Gewicht, Strahlungsfestigkeit und dennoch höchste Präzision. "Durch gleichzeitige Verarbeitung von Empfangssignalen aus zwei unterschiedlichen Frequenzbändern kann, im Gegensatz zu den üblicherweise in terrestrischen GPS-Empfängern eingesetzten Verfahren, höchstmögliche Positionsgenauigkeit erzielt werden", hieß es dazu seitens der Experten. Darüber hinaus ermögliche dies auch die Korrektur von Störungseinflüssen in den rauen Bedingungen der sogenannten Ionosphäre. (APA/red)

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