"Das Absurdeste überhaupt"

15. Juni 2009, 15:38
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Ex-Weltmeister: Teams können FIA nicht stürzen - Die öster­reichische F1-Legende gibt einer neuen Rennserie keine Chance

Stuttgart - Niki Lauda hat die Beteiligten im monatelangen Streit in der Formel 1 scharf kritisiert und eine mögliche eigene Rennserie der Teams als das "Absurdeste überhaupt" bezeichnet. "Fest steht: Die Rennwagenhersteller oder die Fahrer können nie im Leben eine Sportbehörde stürzen. Das kann man beim Olympischen Komitee nicht und das kann man bei der FIA nicht", sagte der Österreicher in einem Interview der "Stuttgarter Zeitung". Über jeden Sport gehöre eine Behörde.

Eine Alternativserie der in der FOTA vereinigten acht Teams mit Wortführer Ferrari an der Spitze hält der Ex-Ferrari-Pilot für ausgeschlossen. "Das als Druckmittel zu verwenden, ist lachhaft, weil es absolut unrealistisch ist", befand Lauda, nachdem Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo am Wochenende unmissverständlich angekündigt hatte: "Entweder wir lösen den Streit oder wir werden eine eigene Serie haben."

"Es geht nur um persönliche Fehden"

Dass sich die Teams und der Internationale Automobilverband FIA mit Präsident Max Mosley einig sind, die Kosten weiter senken zu müssen, aber keinen gemeinsamen Weg finden, schreibt Lauda den Eitelkeiten der Verantwortlichen zu. "Es geht nur um persönliche Fehden zwischen Mosley, dem Ferrari-Präsidenten Luca di Montezemolo und wie sie alle heißen", glaubt Lauda. Es sei absurd, wie die politischen Probleme angegangen würden.

Das Hauen und Stechen ging inzwischen munter weiter. Die FIA wies am Montag FOTA-Vorwürfe zurück und ging selbst zum Angriff über. "Es gibt eindeutig ein Element in der FOTA, das entschlossen ist, jegliche Einigung zu verhindern", hieß es in einer Presseerklärung. Der Verband sei davon ausgegangen, am vergangenen Donnerstag an einem "sehr konstruktiven Meeting" mit FOTA-Vertretern teilgenommen zu haben, bei dem es in weiten Teilen zu Übereinstimmungen gekommen sei.

Man sei daher "erstaunt" zu hören, dass FOTA-Mitglieder, die nicht bei dem Treffen in London dabei waren, fälschlicherweise behaupteten, dass nichts geklärt und das Meeting "Zeitverschwendung" gewesen sei. Bei der kurzfristigen Zusammenkunft Mosley mit Teamchefs sowie Simone Perillo von der FOTA sei man übereingekommen, dass die weiteren Maßnahmen zur Kostenreduzierung kurz vor einem Abschluss stünden.

Endgültige Startliste am Freitag

Am Freitag will die FIA - mit einer Woche Verspätung - die endgültige Liste mit den maximal 13 Teams bekanntgeben, die 2010 in der Formel 1 an den Start gehen dürfen. Nachdem am vergangenen Freitag Ferrari und Red Bull sowie Toro Rosso gegen deren Willen von der FIA vorbehaltlos als Starter im kommenden Jahr gemeldet worden waren, verschärfte sich der Machtkampf noch einmal. Die drei FOTA-Teams wiesen explizit noch einmal auf ihre Solidarität mit den weiteren fünf Rennställen McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, Renault, Toyota und BrawnGP hin. Diese haben bis Freitag Zeit, ihre Bedingungen fallen zu lassen.

Dabei geht es zum einen um ein einheitliches Regelwerk, zum anderen um ein neues Concorde Agreement, das die Verteilung der Gelder regelt. Der seit drei Monaten für Schlagzeilen sorgende Konflikt entzündete sich vor allem aber an der Budgetobergrenze, die Mosley im kommenden Jahr einführen will. Das Limit soll bei 45 Millionen Euro liegen. Wer sich daran hält, bekommt klare Vorteile im Motoren- und Aerodynamikbereich. Gegen eine derartige Zweiklassen-Gesellschaft setzt sich die FOTA, aus der Williams und Force India nach deren vorbehaltloser Einschreibung ausgeschlossen worden waren, zur Wehr. (APA)

 

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    "Das als Druckmittel zu verwenden, ist lachhaft, weil es absolut unrealistisch ist"

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