Elektroauto - wozu?

15. Juni 2009, 16:38
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Elektroautos schön und gut - auch sie müssen sich unserer Zeit anpassen

Das Thema Elektroauto wird derzeit dermaßen heiß gekocht, so kann es nicht gegessen werden. Der Elektrosportwagen Tesla ist ein Geniestreich, nicht ingenieursmäßig, sondern in Sachen Marketing. Mit dem Gedankengut aus dem vorigen Jahrhundert, wonach sich Leistungsfähigkeit am besten in Geschwindigkeit messen lässt, hat man Augen und Ohren geöffnet für das elektrische Autofahren. Doch niemand braucht einen zweisitzigen Sportwagen, der über 200 km/h fährt, weder elektrisch noch sonst wie.

Jetzt, wo wir hellhörig geworden sind, geht es also darum, die Autos zu entwickeln, die wir auch brauchen. Der Mitsubishi i-MiEV ist ein guter Ansatz, auch wenn er auf einem in die Jahre gekommenen japanischen Kleinwagen basiert und aussieht wie die Langversion des Smart.

Doch elektrisch zu fahren heißt nicht nur Autos zu bauen, sondern auch die dazugehörige Infrastruktur. Vielleicht wäre das zarte Pflänzchen Elektromobilität eine Chance, unsere Bedürfnisse rechtzeitig zu definieren. Dass wir die technischen Möglichkeiten des Automobils für uns nutzen und nicht die technischen Möglichkeiten des Autos auf widerliche Art - totale Zersiedlung und Einkaufszentrierung unserer Lebenswelt - unseren Alltag bestimmen. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/12.6.2009)

 

 

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