Ein Gletscher widersetzt sich dem Trend

15. Juni 2009, 13:57
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Der Perito Moreno in Patagonien dehnt sich trotz Erwärmung aus - Zuflüsse aus den Anden führen zu positiver Bilanz

Buenos Aires - Der Gletscher Perito Moreno in Patagonien scheint sich dem Klimawandel zu widersetzen: Er wird jedes Jahr etwas größer. Warum das passiert, ist selbst den Forschern nicht ganz klar, wie Andres Rivera vom Zentrum für wissenschaftliche Studien im chilenischen Valdivia einräumt: "Nicht alle Gletscher reagieren auf den Klimawandel auf dieselbe Art und Weise."

Offenbar erhält der 30 Kilometer lange und fünf Kilometer breite Gletscher durch höhere Zuflüsse infolge der Schneeschmelze in den südlichen Anden stets neue Nahrung. Das reicht aus, um den Perito Moreno nicht nur seit Beginn der Messungen vor über einem Jahrhundert im Gleichgewicht zu halten, sondern sogar ein bisschen anwachsen zu lassen - und das obwohl von ihm regelmäßig hausgroße Eisberge abbrechen, die der Gletscher in den Lago Argentino schiebt.

Durch seine Ausdehnung bildet der Perito Moreno einen Eisdamm auf diesem See, in den er einmündet. Der Damm wird regelmäßig von den Wassermassen des Sees durchbrochen, was ein gewaltiges Naturschauspiel darstellt und mittlerweile zur Touristenattraktion geworden ist. (APA/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Touristischer Panoramablick auf den Perito Moreno

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