"Niemand in Israel will Krieg"

15. Juni 2009, 12:04
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"Lasst uns sofortige Verhandlungen ohne Vorbedingungen aufnehmen"

Tel Aviv - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat am Sonntagabend in einer Grundsatzrede der Gründung eines entmilitarisierten Palästinenserstaates zugestimmt. Einige Wortlaut-Auszüge seiner Rede nach einer Übersetzung der Deutschen Presse-Agentur dpa:

"Die größte Gefahr für Israel, den Nahen Osten, die ganze Welt und die Menschheit ist die Verbindung zwischen dem radikalen Islam und atomaren Waffen. (...)

Ich wende mich heute Abend an alle arabischen Staatschefs und sage: Lasst uns treffen. Lasst uns über Frieden sprechen und Frieden schließen. Ich bin bereit, euch jederzeit zu treffen. Ich bin bereit, nach Damaskus, Riad, Beirut, überall hinzugehen - einschließlich Jerusalems. (...)

Ich wende mich an euch, unsere palästinensischen Nachbarn, angeführt von der Palästinensischen Autonomiebehörde, und ich sage: Lasst uns sofortige Verhandlungen ohne Vorbedingungen aufnehmen. Israel ist an seine internationalen Verpflichtungen gebunden und erwartet von allen Parteien, dass sie sich an ihre Verpflichtungen halten. (...)

Wir wollen mit euch in Frieden leben, als gute Nachbarn. Wir wollen, dass unsere Kinder und eure Kinder nie wieder Krieg erleben. (...)

Ich will keinen Krieg. Niemand in Israel will Krieg. (...)

Wenn wir aufeinander zugehen und zusammen für den Frieden arbeiten, dann sind die Entwicklung und der Wohlstand, die wir für unsere beiden Völker erzielen können, grenzenlos. (...)

Viele gute Menschen haben uns gesagt, dass ein Gebietsrückzug der Schlüssel für einen Frieden mit den Palästinensern ist. Nun, wir sind (aus dem Gazastreifen) abgezogen. Aber die Tatsache ist, dass jeder Rückzug mit einer massiven Terrorwelle beantwortet wurde, mit Selbstmordattentätern und Tausenden von Raketen. (...)

Die Behauptung, dass ein territorialer Rückzug Frieden mit den Palästinensern bringen wird, oder den Frieden zumindest voranbringen wird, hat bis jetzt den Realitätstest nicht bestanden. (...)

Es muss klar sein, dass das palästinensische Flüchtlingsproblem außerhalb der israelischen Grenzen gelöst wird. Denn es ist klar, dass jede Forderung nach einer Wiederansiedlung palästinensischer Flüchtlinge innerhalb Israels die fortwährende Existenz Israels als jüdischer Staat untergräbt. (...)

In meiner Vision von Frieden, in unserem kleinen Lande, leben zwei Völker frei Seite an Seite, in Freundschaft und gegenseitigem Respekt. Jedes wird seine eigene Flagge, seine eigene Nationalhymne, seine eigene Regierung haben. Keines wird die Sicherheit oder Existenz des anderen gefährden. (...)

Wenn wir diese Garantie über eine Entmilitarisierung und Israels Sicherheitsbedürfnisse bekommen und wenn die Palästinenser Israel als den Staat des jüdischen Volkes anerkennen, dann werden wir in einer künftigen Friedensvereinbarung bereit sein, eine Lösung zu erzielen, in der ein entmilitarisierter palästinensischer Staat neben einem jüdischen Staat existiert. (...)

Israel braucht Grenzen, die verteidigt werden können, und Jerusalem muss die vereinigte Hauptstadt Israels bleiben, mit fortwährender religiöser Freiheit für alle Glaubensrichtungen. (...)

Die Gebietsfrage wird als Teil der endgültigen Friedensregelung verhandelt werden. In der Zwischenzeit haben wir keine Absicht, neue Siedlungen zu bauen oder weiteres Land für bestehende Siedlungen zu enteignen. (...)

Vor allem müssen die Palästinenser zwischen dem Weg des Friedens und dem Weg der (radikal-islamischen) Hamas entscheiden. (...)

Mit Gottes Hilfe werden wir keinen Krieg mehr erleben. Wir werden Frieden erleben." (APA/dpa)

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