Kapitalerhöhung soll 100 Millionen bringen

15. Juni 2009, 11:42
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Ausgabe von 350.000 Stückaktien zu je 310 Euro - HV am Freitag soll Finanzspritze genehmigen

Wien - Die Wiener Börse steht vor einer der größten Kapitalerhöhungen in ihrer Geschichte. Bei der Hauptversammlung am kommenden Freitag (19. Juni) werden die Eigentümer voraussichtlich eine Finanzspritze von gut 100 Mio. Euro genehmigen. "Wir sind zuversichtlich, die Zustimmung zu erhalten", sagt Börse-Vorstand Michael Buhl laut "Presse" (Montagausgabe). Mit dem Geld werden nicht nur bereits erfolgte Zukäufe finanziert, sondern die Börse rüstet sich für weitere Zukäufe in Osteuropa. Wie berichtet wird die Ausgabe von 350.000 Stückaktien zu je 310 Euro angepeilt.

Die Börse hat zuletzt rund 300 Mio. Euro für die Mehrheitsbeteiligungen an den Börsen Laibach, Budapest und Prag aufgewendet. Davon wurden kurzfristig 91 Mio. Euro, langfristig 100 Mio. Euro und der Rest aus Eigenmitteln finanziert. Die kurzfristige Tranche muss per 30. Juni d.J. refinanziert werden.

Der Anteil an der Budapester Börse wurde im Vorjahr gemeinsam mit der Kontrollbank aufgestockt. Zudem haben die Wiener 81 Prozent an der slowenischen Börse in Laibach erworben. Der größte Deal gelang im Herbst mit dem Kauf der Prager Börse.

Konsolidierung in der Region

Experten erwarten in der Region eine Konsolidierung. Als Hindernis für einen Verkauf stellten sich bisher nationale Befindlichkeiten heraus. Doch langsam setzt sich in vielen Ländern die Erkenntnis durch, dass kleine Börsen allein kaum überleben können. "Wir haben weiteren Börsenbetreibern signalisiert, dass wir an einer Ausdehnung unseres Verbunds interessiert sind", sagte Buhl. Konkrete Verhandlungen gibt es nicht. Doch das Ganze kann schnell gehen: Auch in Prag einigten sich die Eigentümer rasch auf den Verkauf.

Im Zuge der Kapitalerhöhung dürfte es bei der Wiener Börse zu einer Änderung der Eigentümerstruktur kommen. Derzeit halten heimische Banken 50 Prozent der Anteile, den Rest besitzen die Emittenten. Einige Firmen wie Wienerberger wollen bei der Kapitalerhöhung nicht mitziehen. Für sie sollen andere Aktionäre - vor allem Banken - einspringen. An die Hereinnahme neuer Anteilseigner ist nicht gedacht. Die Zeichnungsfrist wird voraussichtlich bis Mitte Juli laufen.(APA)

 

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