Viele Österreicher unwissend

15. Juni 2009, 15:03
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Mehrheit glaubt: "Zecken fallen von Bäumen" - Zwei Drittel meinen, dass es heuer bereits zu spät für Vorsorgeimpfung ist

Wien - Österreich ist ein Hochrisikogebiet für FSME-Erkrankungen. Dennoch ist die Bevölkerung, was die Zeckengefahr angeht, unwissend und nachlässig, fasste Oekonsult-Chef Joshi Schillhab das Ergebnis einer Umfrage seines Institutes zum Thema zusammen. Zwei Drittel der Befragten glauben, dass es heuer bereits zu spät für eine Vorsorgeimpfung wäre. Generell ist den Österreichern das Impfprozedere zu umständlich, so ein weiteres Ergebnis der Erhebung.

"Zecken fallen von Bäumen"

2009 wird ein Zeckenjahr, davon sind 90 Prozent der heimischen Bevölkerung überzeugt. Deutlich mehr Österreicher wollen ihren Sommerurlaub in der Heimat verbringen, das erhöhe rein statistisch auch das Risiko eines Zeckenbisses. 83 Prozent der Befragten glauben fälschlich, dass Zecken aus den Bäumen fallen. Diese Falschmeinung hält sich verbreitet. Dabei besteht das Zeckenrisiko am Badeteich in Wien gleichermaßen, berichtete Schillhab.

Auch bei der Frage nach dem Auffrischungsintervall scheiden sich die Geister: Jeder siebente Österreicher glaubt, dass eine FSME-Impfung ein ganzes Leben lang anhält. Andererseits meinen 17 Prozent, dass sie jährlich eine Immunisierung benötigen. Am ehesten richtig liegen jene 18 Prozent, die meinen, eine Auffrischung sei alle drei bis fünf Jahre notwendig.

"Impfen ist zu umständlich"

Ein weiteres deutliches Ergebnis: "Impfen gehen, ist den Leuten zu umständlich", sagte Schillhab. Während das Impfen selbst ja bloß wenige Sekunden in Anspruch nimmt, ist das Prozedere (Arzttermin ausmachen, Wartezeiten in der Ordination etc.) zu langwierig und nicht Patienten-gerecht. Hier sollten neue Modelle und neue, zeitgemäße Vorgehensweisen öffentlich überlegt werden, die den Menschen kürzeste Wartezeiten und größte Verfügbarkeit bringen. 37 Prozent der Befragten äußern sich mit voller Überzeugung in diesem Sinne. Das bloße Informationsgespräch etwa wird von 42 Prozent der Bevölkerung leichter und ungehemmter beim Apotheker gesucht.

Kritisches Meinungsklima, keine Profitgier

Trotz eines oftmals kritischen Meinungsklimas in Österreich vermuten die Befragten nur wenig Profitgier hinter den Impfaufrufen. Zwei Drittel der Befragten widersprechen der bewusst suggerierten Pauschalverdächtigung, dass hinter den meisten Impfkampagnen Geschäftemacherei stecke. 1.157 Österreicher im Alter von 15 bis 79 Jahren haben an der Befragung teilgenommen. (APA)

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    Das Impf-Prozedere ist vielen Menschen zu langwierig und umständlich

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    Umfrage zu Zeckengefahr und FSME-Erkrankungen

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