Erster Todesfall in Europa

15. Juni 2009, 22:06
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Schottin starb, auch ihr Frühgeborenes tot

London/Wien - Das erste Todesopfer der Schweinegrippe in Europa ist eine Mutter aus Schottland. Die 38-Jährige starb am Sonntag. Erst vor zwei Wochen hatte sie ein Frühchen zur Welt gebracht - der Bub starb am Montag, nach Angaben der Behörden in Glasgow aber nicht an der Schweinegrippe. Nach Angaben des Krankenhauses hatte die Frau auch andere Gesundheitsprobleme. Sie war am Sonntag an dem veränderten H1N1-Virus gestorben und damit der erste Patient, der außerhalb des amerikanischen Kontinents der Krankheit erlag. Behörden warnten jedoch vor Panik. Obwohl weitere Todesfälle zu erwarten seien, sei das Erkrankungsrisiko nicht gestiegen.

Das Baby namens Jack kam in der 29. Woche zur Welt - elf Wochen zu früh. Unklar war allerdings, ob die Krankheit der Mutter die Frühgeburt eingeleitet hatte, oder ob die Ärzte das Kind absichtlich früher auf die Welt geholt hatten. Die Frau war eine von zehn Patienten, die im Royal Alexandra Hospital in Paisley nahe Glasgow wegen der Schweinegrippe behandelt worden waren.

2.200 Infektionen in der EU

Großbritannien ist das Land, in dem bisher die meisten Schweinegrippefälle in Europa gemeldet wurden. Am Montag waren es mindestens 1.261 Fälle, davon rund 500 in Schottland. In Österreich wurden bisher sieben Fälle gemeldet. In Europa insgesamt wurden nach EU-Zahlen bisher mehr als 2.200 Infektionen registriert. Es gab keinen weiteren gemeldeten Todesfall. Auf dem amerikanischen Kontinent starben dagegen bereits 164 Menschen, die meisten davon in Mexiko (109 Tote) und in den USA (45 Tote).

Der Tod eines Patienten in Europa sei "früher oder später zu erwarten" gewesen, sagte der Bakteriologe Hugh Pennington von der Universität Aberdeen. "Das heißt nicht, dass das Virus gefährlicher wird." Eine entscheidende Rolle habe in diesem Fall gespielt, dass die Frau schon zuvor Gesundheitsprobleme gehabt habe. Der Virologe John Oxford betonte, die Menschen sollten nicht in Panik verfallen. "Die Chancen, sich das Virus einzufangen, sind gering." Eine Welle von Erkrankungen erwarten Experten im Herbst, wenn die reguläre Grippesaison beginnt.

Der deutsche Virologe Peter Wutzler vermutet bei der Schweinegrippe eine sehr hohe Dunkelziffer, da eine Infektion oftmals ohne oder nur mit geringen Symptomen verlaufe. Das sei in gewissem Sinne sogar ein Vorteil: "Die Ausbreitung ohne Symptome wird auch zur Durchimmunisierung der Bevölkerung führen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa). (APA/dpa)

 

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