33 Tote bei Angriffen und Kämpfen mit Taliban

14. Juni 2009, 21:20
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Mehrere Zivilisten darunter - Zwanzig Rebellen kommen bei Zusammenstößen mit Truppen ums Leben - Russisches Lob für die USA

Kabul/Moskau - Bei neuen Angriffen der Taliban und Kämpfen zwischen fundamentalistischen Rebellen und Sicherheitskräften in Afghanistan sind am Wochenende mindestens 33 Menschen ums Leben gekommen, darunter eine Reihe von Zivilisten. Bei Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und Talibanrebellen in der Provinz Farah sowie der benachbarten Provinz Badghis starben am Samstag 20 Rebellen, wie ein Armeesprecher am Sonntag bekanntgab. Auch Regierungssoldaten seien ums Leben gekommen. In der Provinz Paktika im Südosten des Landes starb nach Regierungsangaben ein Polizist nach einem Schusswechsel mit Talibanrebellen.

In der südlichen Provinz Helmand wurden nach Polizeiangaben zwei Zivilisten getötet, als eine Bombe am Straßenrand detonierte. In der Provinz Farah wurde ein am Samstag entführtes Ehepaar einen Tag später ermordet aufgefunden. Die Frau stammte laut Auskunft des Provinzgouverneurs aus dem Iran. Hinter der Tat vermuten die Behörden ebenfalls die Taliban.

Konvoi gerammt

Am Freitagabend riss ein Selbstmordattentäter bei einem Anschlag auf einen Versorgungskonvoi für die NATO-Truppen im Süden Afghanistans acht Menschen mit in den Tod, als er sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in den Konvoi rammte. Nach Behördenangaben vom Samstag wurden 21 weitere Menschen verletzt. Der Vorfall ereignete sich im Kreis Geriskh nahe einem Markt unweit eines NATO-Militärstützpunktes, wo die Lastwagen geparkt waren. Zu dem Anschlag bekannten sich die Taliban. Bei den Toten handelte es sich demnach um die Fahrer der Lastwagen. Unter den Verletzten waren auch Verkäufer umliegender Stände und Läden.

Innenminister Mohammad Hanif Atmar sagte am Sonntag in Kabul, die Rebellen hätten ihre Angriffe auf Regierungstruppen und auf die Internationale Friedenstruppe ISAF im Vorfeld der für den 20. August geplanten Wahlen intensiviert. Die USA und die NATO wollen vor der Wahl zusätzliche Soldaten in das Land am Hindukusch schicken. Derzeit sind mehr als 70.000 Soldaten aus 42 Ländern in Afghanistan stationiert. Die USA wollen 20.000 zusätzliche Soldaten schicken, das westliche Verteidigungsbündnis rund 5000.

Lob für das Vorgehen der USA in Afghanistan kam indes von Russland. Die US-Politik am Hindukusch und im benachbarten Pakistan werde "immer transparenter", sagte der hochrangige außenpolitische Regierungsberater Sergej Prichodko am Sonntag. Hier könne die Kooperation seines Landes mit dem Westen ausgebaut werden, fügte er hinzu. Russland hatte zwar 2001 die US-geführte Invasion in Afghanistan zum Sturz der radikal-islamischen Taliban unterstützt, seitdem jedoch häufig das Vorgehen der Washingtoner Regierung kritisiert. Inzwischen sehen US-Präsident Barack Obama und Russlands Präsident Dmitri Medwedew eine Kooperation in Afghanistan aber als Kernelement für einen Neuanfang ihrer bilateralen Beziehungen.

Prichodko kündigte an, Medwedew werde in dieser Woche am Rande eines Regionalgipfels mit seinem afghanischen Kollegen Hamid Karzai und dem pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari zusammenkommen. Russland zeigte sich in der Vergangenheit vor allem besorgt über einen zunehmenden Drogenhandel aus Afghanistan seit dem Sturz der Taliban. Anfang des Jahres hat die Regierung in Moskau den internationalen Afghanistan-Truppen erlaubt, Nachschub über russisches Territorium an den Hindukusch zu bringen. (APA/dpa/Reuters)

 

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