Das Kratzen an einer Goldmedaille

14. Juni 2009, 19:31
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Kate Allen bangte 2004 wegen ei­nes Formalfehlers kurz um ihren Olympiasieg

Wien - Kate Allen, Olympiasiegerin von 2004, nimmt am 11. Juli beim Weltcup in Kitzbühel Abschied vom österreichischen Triathlonsport. Vielleicht nicht ganz so wehmütig, wie die 39-jährige Wahltirolerin, die ihre Karriere am 13. September bei einem Rennen an der australischen Gold Coast beendet, zunächst geglaubt hat.

In der jüngsten Ausgabe des Nachrichtenmagazins Profil wird ihr nämlich vorgeworfen, den Athener Olympiasieg mit verbotenen Substanzen im Körper errungen zu haben. Von Doping ist dagegen nicht die Schreibe.

Dies, weil schon bald nach jenem triumphalen 25. August 2004 bekannt wurde, dass Allen trotz eines negativen Dopingtests an einer Disqualifikation wegen eines Formalfehlers vorbeigeschrammt war. Allen hatte ein Asthmamedikament benutzt, ohne alle erforderlichen Ausnahmegenehmigung dafür gehabt zu haben. Ihre Erkrankung war zwar der österreichischen Antidopingkommission, dem internationalen (ITU) und dem nationalen Triathlonverband (ÖTRV), aber nicht dem Internationalen Olympischen Comité (IOC) gemeldet worden. Das IOC akzeptierte jedoch auf Drängen der Österreicher ausnahmsweise eine nachträgliche Bestätigung für Allens Erkrankung. "Es hat getickt", sagte der damalige ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth schon 2004 der Kleinen Zeitung. "Die Explosion konnten wir aber abwehren und verhindern."

Das Problem der Asthma-Epidemie im Spitzensport ist durch andere, massenhaft auftretende Dopinggeschichten in den vergangenen Monaten etwas in den Hintergrund getreten. Allen nimmt ihre Medikamente bis heute und wohl auch in der Sportpension. (red, DER STANDARD Printausgabe 15.06.2009)

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