Boykott heizt Streit zwischen Moskau und Minsk an

14. Juni 2009, 16:43
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Lukaschenko reist nicht zu Gesprächen über militärische Sicherheit nach Russland

Moskau - Der Boykott eines von Russland organisierten Gipfeltreffens durch den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko hat den Streit zwischen den Verbündeten verschärft. Lukaschenko lehnte am Sonntag eine Reise nach Moskau zur Konferenz der regionalen Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) ab, nachdem Russland die Einfuhr belarussischer Milchprodukte untersagt hatte. "Gespräche über militärische Sicherheit sind sinnlos, wenn unsere wirtschaftliche Sicherheit untergraben wird", sagte Lukaschenko in Minsk nach Angaben der Agentur Interfax.

Der Ton zwischen den Nachbarländern hatte sich nach der Aufnahme von Belarus in die EU-Ostpartnerschaft im Mai verschlechtert. Moskau fürchtet, seinen bisher engsten Verbündeten im postsowjetischen Raum zu verlieren. Russische Behörden hatte die Einfuhr von Milchprodukten vor wenigen Tagen untersagt, weil belarussische Produzenten die nötigen Papiere nicht vorlegen konnten.

Kremlchef Dmitri Medwedew kritisierte den Schritt seines Kollegen aus Minsk als "unverständlich und falsch". In Lukaschenkos Abwesenheit beschlossen die Staatschefs aus Russland, Armenien und mehreren zentralasiatischen Ländern bei dem Treffen im Kreml unter anderem die Bildung gemeinsamer Eingreiftruppen. Die im Westen wenig beachtete OVKS war im Mai 1992 von Russland und einigen ehemaligen Sowjetrepubliken gegründet worden. (APA/dpa)

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