Netanyahu für demilitarisierten Palästinenserstaat

15. Juni 2009, 08:16

Palästinenser sollen Israel als Staat der Juden anerkennen - Keine neuen Siedlungen - Jerusalem als Hauptstadt beansprucht

Tel Aviv - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat sich erstmals für die Schaffung eines eigenen palästinensischen Staates ausgesprochen, der aber weiterhin unter starker Kontrolle Israels bleiben soll. In seiner mit Spannung erwarteten Grundsatzrede zum Nahost-Konflikt Netanyahu am Sonntagabend in Tel Aviv, diese "palästinensische Entität" werde keine eigene Armee haben und auch ihren Luftraum nicht kontrollieren dürfen. Israel beanspruche zudem ganz Jerusalem als Hauptstadt für sich.

Netanyahu hatte bisher Gespräche über die Schaffung eines Palästinenserstaates abgelehnt, war deswegen aber unter massiven Druck von US-Präsident Barack Obama geraten. In seiner Rede an der Bar-Ilan-Universität bei Tel Aviv nannte der Regierungschef nun Bedingungen für solche Friedensgespräche mit den Palästinensern. Diese müssten unter anderem auch Israel als jüdischen Staat anerkennen und auf das bisher geforderte Rückkehrrecht für die bei der Staatsgründung Israel im Jahr 1948 geflüchteten Palästinenser verzichten.

"Wenn wir diese Garantien für eine Entmilitarisierung und die Sicherheitsvorkehrungen erhalten, die Israel verlangt, und wenn die Palästinenser Israel als Nation des jüdischen Volkes anerkennen, dann sind wir für einen echten Friedensvertrag bereit und dazu, eine Lösung für einen entmilitarisierten palästinensischen Staat an der Seite des jüdischen Staates zu erreichen", sagte Netanyahu. Israel wolle die Palästinenser nicht beherrschen, versicherte er

Anspruch auf ganz Jerusalem

Der israelische Regierungschef bekräftigte zugleich den Anspruch auf Jerusalem als "vereinigte Hauptstadt" Israels. Der Ostteil Jerusalems war Anfang der 1980er Jahre von Israel einseitig annektiert worden. Netanyahu ging jedoch auf die Forderung von US-Präsident Obama ein, den Siedlungsbau in den besetzten Gebieten umfassend zu stoppen. Israel habe nicht die Absicht, weitere Siedlungen zu bauen, sagte Netanyahu.

Der konservative israelische Politiker verteidigte zugleich sein Konzept für einen "wirtschaftlichen Frieden" mit den Palästinenser. Dieser könne einen politischen Friedensschluss zwar nicht ersetzen, sei aber ein wichtiges Element dafür. Konkret nannte er eine Kooperation in den Bereichen Wassernutzung, Solarenergie, dem Bau von Öl- und Gaspipelines oder Tourismus, wo es ein enormes Entwicklungspotenzial gebe. "Lassen Sie uns sofort mit der Zusammenarbeit starten. Wir wollen mit Ihnen in Frieden und Ruhe leben."

Auch den arabischen Staaten streckte Netanyahu die Hand aus. "Lassen Sie uns Frieden schließen. Ich bin bereit, Sie jederzeit und überall zu treffen, in Damaskus, Riad und auch in Jerusalem", sagte er. "Ich will keinen Krieg. Niemand in Israel will Krieg." 

Siedler lehnen Palästinenserstaat ab

Israelische Siedler haben die Zustimmung des Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu zur Einrichtung eines entmilitarisierten Palästinenserstaates scharf kritisiert. Der Siedlerführer Pinchas Wallerstein verglich nach Angaben des israelischen Online-Dienstes "Ynet" vom Montag einen solchen Staat mit einem "Raubtier-Baby". "Wenn es noch klein ist, ist es süß, aber alle wissen, dass es später zu einem gefährlichen Raubtier wird."

In einer Mitteilung des Siedlerrats hieß es, ein Palästinenserstaat werde sich unweigerlich aufrüsten und die Existenz Israels bedrohen. Nachdem Netanyahu jahrelang erklärt habe, welche Gefahr selbst ein entmilitarisierter Palästinenserstaat für Israel darstelle, sei es bedauerlich, dass er nun seine Zustimmung zur Schaffung eines solchen Staates gegeben habe, erklärte der "Rat der Siedler in Judäa Samaria". (APA/Reuters/AP/red)

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Weh Ess Deh
00
25.7.2009, 19:00
Charta der Hamas, nur damit man einmal sieht, mit wem Israel "verhandeln soll". Artikel 13 und Artikel 7:

"Ansätze zum Frieden, die sogenannten friedlichen Lösungen und die internationalen Konferenzen zur Lösung der Palästinafrage stehen sämtlichst im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung. Denn auf irgendeinen Teil Palästinas zu verzichten bedeutet, auf einen Teil der Religion zu verzichten. Für die Palästina-Frage gibt es keine andere Lösung als den Djihad. Die Initiativen, Vorschläge und Internationalen Konferenzen sind reine Zeitverschwendung. Das palästinensische Volk ist zu edel, um seine Zukunft, seine Rechte und sein Schicksal einem sinnlosen Spiel zu unterwerfen."
"Der Prophet erklärte: Frieden wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime alle Juden bekämpfen und sie töten."

MarioV
10
18.6.2009, 09:55

Wie wäre es mit folgender Lösung:
Eine rein weibliche Armee.

gilad_1088
01
18.6.2009, 13:47

nee, frauen sind noch schlimmer als männer...

MarioV
10
18.6.2009, 15:19

Aber sie würden für Israel keine Gefahr darstellen.

Kahuna
29
16.6.2009, 10:01
Ich schlage vor,

Oesterreich sofort zu entwaffnen (Bundesheer muss abgeschafft werden), das Land wird von Italien, als rechtlicher Nachfolger Roms, besetzt. Alle Oesterreicher bekommen das Burgenland als homeland mit Bad Tatzmannsdorf als Hauptstadt. Oder besser: nicht Italien, sondern Irland. Die Kelten waren ja noch frueher da.

Enrico Furioso
23
15.6.2009, 20:35
Shulamit Aloni: "Israel is controlled by religious fanaticism"

Artikel in der Internet-Ausgabe von Haaretz (israelische Tageszeitung): http://www.haaretz.com/hasen/spa... 90366.html

"... Instead of a Jewish and democratic state they have delivered us a Jewish state controlled by religious fanaticism, one that maintains the purity of the race. They have delivered a democracy in the most primitive sense - not the preservation of democratic values but rule by the demos, the populace that is dictating the transformation of Israel into a totalitarian ethnocracy."

Fritz Wunderlich
113
16.6.2009, 10:05

leider gibt es keinen zitierenswerten palästinensischen politiker, der den terrorschwachsinn der hamas-faschisten verurteilt

Weh Ess Deh
00
25.7.2009, 19:02
Der Terrorschwachsinn...

...der sich in der abscheulichen, perfiden Indoktrinierung von Kindern ab dem Kindergartenalter zeigt.
http://www.youtube.com/watch?v=MYvYF5kisBY

Kritik von irgendjemand auf moslemischer Seite?
Nein.

Fritz Wunderlich
112
15.6.2009, 17:15

na, so ein tolles angebot, da könnten die palästinenser ihre friedensliebe aller welt demonstrieren, mit einem entmilitarisierten staat, ganz nach gusto der westlichen friedensfreunde, und den "militärstaat" israel so richtig vorführen, nicht?

Dark Angel
211
15.6.2009, 21:39

Israel soll bitte zuerst einmal seine völkerrechtswidrigen Siedlungen auflösen, dann könne Gespräche über den weiteren Status stattfinden. Solange besetztes Land verstaatlicht wird, findet das staatlich organisierte Verbrechen respektive der Terror gegen die Zivilbevölkerung seine Fortsetzung.
Israel soll bitte offiziell endlich einmal den Friedensvorschlag der Arabischen Liga kommentieren!

Fritz Wunderlich
102
16.6.2009, 10:04

netanjahu hat die derzeitige linie der israelischen regierung öffentlich dargestellt und man sieht, die friedensangebote der arabischen liga und plo sind schall und rauch, sonst wäre das ja als erster schritt zu verhandlungen akzeptiert worden - aber das ist das wahre gesicht: reine ablehnung
die entschädigung der arabischen juden (likud) für enteignung, raub, mord und vertreibung werden auch noch auf den tisch kommen
der plan der arabischen liga, mit den urenkerln zu kommen, ist so irreal wie die unrwa-organisation in ihrem verhältnis zur unhcr

oxizes
31
15.6.2009, 16:36
Da Israel

zu 100% von den USA abhängig ist, kommt es darauf an wie sich Obama mit den maßgeblichen amerikanischen Juden einigen kann.

Makronaut
30
16.6.2009, 11:51

der schutz i.'s ist in den usa vor allem ein evangelikales projekt.

Nashwin_Fuller
 
24
15.6.2009, 16:17
Bei der Staatsgründung hieß es noch:


"[Israel] will ensure complete equality of social and political rights to all its inhabitants irrespective of religion, race or sex; it will guarantee freedom of religion, conscience, language, education and culture; it will safeguard the Holy Places of all religions"

Weit haben wir's gebracht...

Makronaut
31
16.6.2009, 11:52

stimmt - denn so weit haben sie's gebracht.

Fritz Wunderlich
21
15.6.2009, 19:36

naja, und dann hat jordanien zwanzig jahre lang jerusalem kontrolliert und juden den zugang verweigert, gell

Donatella Kasparov
22
15.6.2009, 16:52

ja, nur sind die gaza terroristen keine bürger des staates israels.

Mostbluzer
11
17.6.2009, 11:03
denen in der westbank

gehts nur unwesentlich besser. aber eh egal gö.

Zaubersalz
08
15.6.2009, 15:49
"...als Staat der Juden anerkennen"

Werden Christen, Moslems und Atheisten in diesem Staat auch behaupten dürfen, es sei IHR Staat? Oder bei der Ausstellung der Pässe oder sonstiger Dokumente unterschreiben müssen, daß sie Israel als einen Staat "der Juden" akzeptieren?! Staaten und Staatsformen in irgendeiner Weise mit einer ganzen Religion zu verknüpfen ist fatal... falsch... und führt nie zu friedvollem Nebeneinanderleben verschiedener Kulturen/Religionen!

Donatella Kasparov
11
15.6.2009, 16:54

das macht auch niemand, weder bei pässen noch irgendwo anders, also bitte schreiben sie hier nicht irgendwas....

Zaubersalz
01
16.6.2009, 15:43
Kommen's wieder runter...

...und unterstellen Sie mir nichts. Ich habe nicht gesagt, daß es so IST, sondern gefragt ob es in Zukunft so sein wird! Aber ich sehe schon, es ist in Ihren Augen schon in Ordnung einen Staat auf Basis einer RELIGION zu definieren! Super - man sieht eh wohin das führt!

3301
115
15.6.2009, 15:23

obama antisemitismus voezuwerfen ist das absolute maximum an dummheit .
dieser vorwurf kann in zukunft mit hinweis auf obama einfach abgedreht werden .

Gelsomina
22
15.6.2009, 19:08

Obama ist sicher kein aktiver Antisemit, so wie sein Pastor ueber zwanzig Jahre, Jeremiah Wright. Andererseits hat er aber zwanzig Jahre lang jeden Sonntag Wright's Kirche besucht und sich dessen antisemitischen Tiraden angehoert, ohne es in irgendeiner Weise empoerend zu finden. Er hat sich erst von Wright getrennt, als dessen Bemerkungen seine Praesidentschafts-Kandidatur gefaehrdet haben. Ich glaube also, dass Obamas Unrechtsbewusstsein bezueglich Antisemitismus nicht sehr ausgepraegt ist.

Donatella Kasparov
10
15.6.2009, 16:55

kein politiker hat ihm sowas vorgeworfen.
es waren einfach gruppen die sowas behaupten, genau so wie es solche gruppen überall auf der welt gibt.

United Nations
212
15.6.2009, 15:03
Die Obama-Plakate sind gerade in Israel besonders seltsam,

da dem israelischen Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht "Antisemitismus" fremd ist. Der Begriff "antisemitische Straftaten" existiert dort schlicht und ergreifend nicht. Vor Gericht werden deshalb religiös motvierte Übergriffe lediglich als "Vandalismus" verhandelt, wie mich ein Tel-Aviver Strafrichter dieses Jahr aufklärte.

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