Wiener Museumsquartier

Feiern für die Konsumfreiheit

13. Juni 2009 21:51
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    Foto: apa/hochmuth

    Saufen für die Freiheit im Museumsquartier.

Hunderte Demonstranten gegen Verschärfung der Hausordnung - MQ-Chef: "Riesengroßes Missverständnis"

Wien - Feiern für die Freiheit: Das 16er-Blech feierte am Samstagabend im Wiener Museumsquartier fröhliche Urständ', als mehrere Hundert Demonstranten singend in das Kulturareal zogen, um gegen eine Verschärfung der dortigen Hausordnung zu protestieren. MQ-Direktor Wolfgang Waldner betonte dagegen, dass die Maßnahme von den Demonstranten falsch interpretiert worden sei: "Es war ein riesengroßes Missverständnis."

Den Cat-Stevens-Klassiker "If you want to sing out" auf den Lippen und die Getränkedose in der Hand, machten die Teilnehmer gegen die Anfang der Woche bekanntgewordene verschärfte Kontrolle der MQ-Hausordnung Stimmung. Hier solle die Kontrolle des Rad- und Skateverbotes intensiviert und der Konsum von mitgebrachtem Alkohol sowie lautes Musikhören verboten werden, so die Kritik. Das einzige Plakat auf der musikalischen Demo verkündete dementsprechend: "Konsumpflicht - Nein danke!"

"Bring your Beer"

Zum singenden Polit-Flashmob hatten die beiden Internet-Widerstandsgruppe "Freiheit im MQ!" und "Bring your Beer to the Museumsquartier" aufgerufen. Die ÖVP-nahe Aktionsgemeinschaft hatten sich zur Unterstützung ebenso unter die Demonstranten gemischt wie die Grünen, die an ihrer mobilen "Fahr-Bar" Eistee verteilten. Und selbst die Leitung des Museumsquartiers ließ an einer Bar als Geste des guten Willens an die Teilnehmer kostenlose alkoholfreie Getränke ausgeben.

"Das sind die Leute, die wir hier haben wollen", machte MQ-Chef Waldner im Telefongespräch deutlich. Hier fühle sich eine Gruppe angesprochen, die man überhaupt nicht adressiert habe, als man begonnen habe, die seit acht Jahren bestehende Hausordnung verstärkt zu exekutieren. Man habe für die zusätzliche Kontrolle neues Personal rekrutieren müssen, und dies sei am ersten Tag "etwas martialisch aufgetreten". Dies sei mittlerweile aber Geschichte.

"Wir tolerieren das Mitbringen von alkoholischen Getränken", stellte Waldner klar. Das gelte auch für das Musizieren. Man brauche aber formell das allgemeine Verbot, um bei Exzessen gegen die Verantwortlichen vorgehen zu können. "Insofern sehe ich keinen Grund, irgendetwas zu ändern."

Man wolle nur den illegalen Verkauf von Alkoholika verbieten, nicht deren Konsum. Und natürlich könne man nicht zulassen, wenn Möbel beschädigt würden oder der Lärm so laut sei, dass die rund hundert Anrainer im Quartier nicht schlafen könnten. Aber Verkäufer der Obdachlosenzeitung "Augustin" dürften natürlich weiterhin ins Areal, man trete nur gegen aggressives Betteln auf.

Entspannt zeigten sich jedenfalls die Demonstranten. Nachdem sie sich im Hof des MQ zugeprostet hatten, wandelte sich die Veranstaltung zum gemütlichen Sit-in bei lauen Temperaturen. (APA)

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til eulenspiegel
17.06.2009 19:24

dort hängen ja eh nur sinnlose herum.

parapente
17.06.2009 09:43
Die Lokalbetreiber im MQ

müssen bestimmt genügend Miete bezahlen.
Das geht natürlich nicht, wenn sogenannte "Studenten" meinen, hier eine Privatparty feiern zu können und das mitgebrachte Billigbier bei Penny kaufen.

frl.marty
16.06.2009 22:02
musizieren soll erlaubt sein?

das hör ich mir an!

bis wieviel dezibel denn? 20?

Zwonko die Ratte
16.06.2009 19:32
Ja, weit hat's uns bracht, die Konsumfreiheit!

Kathi 89
16.06.2009 18:40
ja dürfen die das denn überhaupt?

gubo4
16.06.2009 11:23
gruppenmitglieder auf facebook

saufen im MQ - 17.000 "freunde"
lichterkette ums parlament - 9.000 "freunde"

naja, man muss schließlich prioritäten setzen...

hamstertier
17.06.2009 01:41
waren auch meine gedanken dazu, gubo4

ottakringarIn
15.06.2009 22:43
Genauso ist

Österreich.

Knochenmann
15.06.2009 17:05

Anscheinend muss man der Liste "Dinge, die ohne Alkohol nicht zu ertragen sind" einen Eintrag hinzufuegen.

Schon wieder der…
15.06.2009 20:39
"Freiheit im Iran"

Sobald diese Gruppe so viel Zulauf wie "Freiheit im MQ" hat und Protestaktionen vor der Iranischen Botschaft durchgeführt werden, glaube ich wieder an die Jugend. Bis dahin halte ich die Studenten weiterhin für faule, egoistische Säufer.

idiotikus
17.06.2009 08:49

is ja auch nichts dabei ein egoistischer säufer zu sein... diese "ich engagiere mich nur für wirklich wichtige politsche Fragen" Studenten gehn mir noch mehr am keks. diese Gutmenschelei dient ja auch nur egoistischen zwecken, der eitelkeit, sich selbst schön darzustellen, ist aber dabei auch noch unredlich.
Da ist mir ein ehrliches "ich will weiterhin im mq mein dosenbier trinken, und ich geh auch zu einer demo die sich dafür einsetzt - solange es spass macht" zehn mal lieber als dieses verlogene weltverbesserertum.

Ronaldo Cator
15.06.2009 16:40
Samstag, 20. Juni

findet die Prost-Aktion statt.

hamstertier
17.06.2009 01:42
wogegen, ronaldo?

gratis trinken
15.06.2009 15:48

echt peinlich

Gerhard Schwarz
 
15.06.2009 15:02
Konsumfreiheit-

das ist die boboisierte Variante der früheren Revolten gegen Konsumterror. :))

ramazotti
15.06.2009 13:55

Bier her!

Die neuen Grünwähler.

TRex30M
15.06.2009 11:36

Bedauerlich, dass man seitens des MQ hier so zurückgerudert hat.
Die Anrainer dort, können einem wirklich leid tun.

pepita_viena
15.06.2009 22:35
äh welche anrainer?

die bilder? ich mein im mq wohnt doch nmd oda? und wer im esten bzw im 7. bez wohnt muss sich nun mal damit anfinden dass es lauter ist als im 23. od in der bampa :)

hamstertier
16.06.2009 14:16
sicher wohnt dort wer, pepita.

schauen sie sich um, dort gibt es wohnungen und gar nicht wenige.
diese jenseitige aussage: "die anrainer müssen sich damit abfinden, dass es dort laut ist" können sie sich an den hut stecken. als die leute dort eingezogen sind, war das eine ausgesprochen ruhige gegend, wie kommen die jetzt zu der ehre, in einer riesigen saufzone zu wohnen!
und übrigens: auch im bermudadreieck wohnen leute, für die gilt dasselbe.

Duskson 81
 
15.06.2009 11:26

War das jetzt nicht schon am nächsten tag wieder fix das eh alles bleibt wies ist?
na egal hauptsache feiern und irgendwen schimpfen können.

Micaela Sklubova
15.06.2009 11:13

Freue mich auch darüber, dass die MQ-Chefs jetzt so peinlich zurückrudern müssen.

Trotzdem finde ich es etwas befremdlich, wie schnell sich ein tausendfacher Widerstand unter den Wiener Facebook-MQ-Abhäng-Bobo-Kreativ-Twenthirties bildet, sobald in ihre Freizeitgestaltung eingegriffen wird.

Aber wenn es mal um echte Politik (Absicherung ihrer prekären Arbeitsverhältnisse z.b.) geht oder um Widerstand gegen hundertmal skandalösere Dinge (rechtsextreme Hetzer-Märsche, rassistische Polizeiübergriffe etc.), lassen sie sich auf den Demos nicht blicken, sondern gehen lieber ... äh, Abhängen im MQ.

Gerhard Schwarz
 
15.06.2009 15:11

Glawischnig-kompatible BoBoSpießer halt.

TD FAQ
16.06.2009 19:07

Und, selber schon auf Seiten der Tamilen gekämpft?

Die Geliebte mit den Genossen geteilt?

Eine Niere gespendet?

hamstertier
17.06.2009 01:44
diese "demonstranten" werden wohl eher eine leber brauchen.

Rene Stangeler
15.06.2009 09:22
Na alsdann!

Ich befürchtete schon eine Revolution in Wien wenn das sich Besaufen im MQ verboten würde. Widerstandsgruppen wurden gegründet. der Mob flashte, eine Partei (die Grünen) hängte sich an den Protest an, verteilte Tee (grünen?).
Und dann noch gleich ein sit in. Allerhand.
Wenn ich das nächste mal beim Wirten versumpfe (aber sitzend, nicht an der Bar stehend natürlich) werd ich auf Nachfrage meinen Kollegen berichten ich hätte am Vortag ein sit in beim Wirten gehabt.

Waldner meint "Das sind die Leute, die wir hier haben wollen". Klar, den Hackler aus Favoriten oder den Türken aus Ottakring, den Bam-Oida Prolo aus Meidling will er natürlich nicht haben. Wär ja uncool und tät das Gesamtbild stören.

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