"Es geht nicht um Befindlichkeiten"

13. Juni 2009, 15:31
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Rapid-Präsident Edlinger erwartet nach Unruhe wegen Betreuer­rochade professionelle Reaktion der Mannschaft und findet, dass Peter Pacult kein schlechter Trainer ist

Wien - Rapid muss sich seit Tagen mit den Nachwirkungen der Rochade im Betreuerteam herumschlagen. Die Freude der Spieler über die Ausbootung von Co-Trainer Zoran Barisic und Tormann-Trainer Peter Zajicek zugunsten von Leopold Rotter und Manfred Kohlbacher hält sich in Grenzen, dennoch geht Präsident Rudolf Edlinger von einer professionellen Reaktion der Mannschaft aus.

Eine Revolte gegen den nicht allzu beliebten Pacult, auf dessen Bestreben die Veränderungen durchgeführt wurden, erwartet der Präsident selbstverständlich nicht. "Dass sie gegen den Trainer spielen, halte ich für absurd. Alle sind Profis, da geht es nicht um Befindlichkeiten. Sie spielen um ihre Karriere und um ihr Geld."

Pacult hat die Ablöse von Barisic und Zajicek laut Edlinger "in akzeptabler Form" begründet. "Ein Trainer hat eben das Recht, sein Team zusammenzustellen." Für die kantige Art des als wenig kommunikativ geltenden Pacult zeigte der Chef Verständnis. "Er ist sicher kein streichelweicher Typ. Aber wenn er Erster und Zweiter wird, ist er kein schlechter Trainer", betonte Edlinger, der den Vertrag mit dem Coach im Winter bis Saisonende 2009/10 verlängert hatte.

Edlinger will nun Barisic und Zajicek einen Verbleib im Ausbildungsbereich von Rapid schmackhaft machen. "Wir haben ihnen ein Angebot gemacht", sagte der Wiener. Das Duo hatte am Dienstagabend durch Sportdirektor Alfred Hörtnagl von seiner Amtsenthebung erfahren. "Es war uns wichtig, sie davon in Kenntnis zu setzen, bevor es an die Öffentlichkeit kommt", sagte der Tiroler. Die Aufgabe Pacults sei dies nicht unbedingt gewesen. "Was der Trainer mit seinem Team redet, ist seine Sache", meinte Hörtnagl.

Weichspüler

Der Sportdirektor möchte den Ärger der Spieler über die Personalveränderungen zügeln. "Barisic und Zajicek waren bei der Mannschaft beliebt, da ist es klar, dass Emotionen drin sind. Aber die müssen wir rausnehmen." Die derzeit urlaubenden Spieler, von denen sich keiner mehr öffentlich zur Trainer-Causa äußer will, treffen einander am kommenden Donnerstag beim Hanappi-Stadion, von wo es ins Trainingslager nach Bad Radkersburg geht. Davor wird neben Pacult auch Hörtnagl zur Mannschaft sprechen und dabei neben den jüngsten Turbulenzen auch die Saisonziele festlegen. "Wir wollen in der neuen Saison wieder vorne mitmischen und uns in der Europa-League-Qualifikation Richtung Gruppenphase bewegen", sagte Hörtnagl.

Seiner Ansprache lauschen werden ziemlich sicher Erwin Hoffer und Stefan Maierhofer, für die noch immer kein konkretes Angebot eintrudelte. Auch Nikica Jelavic könnte den Bus Richtung Steiermark besteigen. "Wir arbeiten daran, ihn weiterzuverpflichten", so Hörtnagl. (APA/red)

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    Edlinger: "Pacult ist kein schlechter Trainer."

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