
Blogger lassen ihre Seiten verwaisen
Die allermeisten Weblogs entpuppen sich nach kürzester Zeit als Internetleichen. Die so genannte Blogosphäre besteht laut Aufzeichnungen von Technorati, einer Suchmaschine für Blogs, zu 95 Prozent aus brachliegenden Seiten. Viele anfänglich engagierte und hoch motivierte Nutzer verlieren schnell die Lust am Schreiben, haben keine Zeit mehr oder bleiben mit ihren Blogs schlichtweg unbeachtet und erhalten keinen einzigen Kommentar auf ihre Online-Postings. Wenn die Weblogs nicht deshalb "sterben", weil das Leserinteresse derart schwach ist, so fallen sie in der Regel dem knappen Zeitkontingent ihrer Betreiber zum Opfer. Immer mehr Blogger geben ihre Seiten auch deshalb auf, weil sie zu aktuelleren Webphänomenen wie Facebook oder Twitter wechseln.
Nicht wegzudenken
Trotzdem sind Blogs grundsätzlich nicht mehr aus dem Internetalltag wegzudenken und haben durchaus ihren Zweck sowohl auf privater als auch geschäftlicher Ebene, wie Branchenkenner bestätigen. "Die wesentliche Bedeutung von Blogs zur unmittelbaren und persönlichen Mitteilung ist weitaus wichtiger als die reine Quantität. Mit Weblogs wurde sehr viel für die ganze Entwicklung des Internets geleistet", meint Markus Hübner, Geschäftsführer der Brand Management Agentur Brandflow, gegenüber pressetext. In der Blog-Entwicklung habe sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Auch eine gewisse Konsolidierung habe stattgefunden und die User die für sie am besten passenden Kommunikationsformen gewählt. "Das ist für die einen ein Blog, für die anderen Microblogging wie Twitter", so Hübner weiter.
Erste Erwartungen überzogen
Was die anfänglichen Erwartungen betreffe, so habe es zunächst viele verschiedene Ansichten gegeben, meint der Web-2.0-Experte. Einzelne Aussagen wie "jeder User werde ein Weblog haben" seien mit Sicherheit überzogen gewesen. Von einer "Enttäuschung" will Hübner allerdings ganz und gar nicht sprechen und empfiehlt Unternehmen, nicht auf Blogs zu verzichten. "Firmen in den meisten Branchen sind nach wie vor bestens beraten, wenn sie sich mittels Corporate Blogs ihren Kunden öffnen. Der digitale Dialog ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für eine authentische Auseinandersetzung mit Interessenten", sagt Hübner. Eine Vernetzung der Inhalte aus Corporate Blogs mit anderen Maßnahmen aus dem Social-Marketing-Bereich steigere zudem die Effizienz. Was das Platzieren von Werbebotschaften im Umfeld von Weblogs betrifft, empfiehlt der Experte den Unternehmen, sich dort aufzuhalten, wo auch ihre Zielgruppen zuhause sind.
"Ein Nutzer pro Blog"
Laut Technorati wurden allerdings nur 7,4 Mio. von 133 Mio. verfolgten Blogs innerhalb der vergangenen 120 Tage aktualisiert. Die Zahl der Weblogs, die tatsächlich hohen Traffic erzielen, liegt sogar noch weit darunter. "Es sind wahrscheinlich 50.000 bis 100.000 Blogs, die den Hauptanteil an Page Views generieren", sagt Technorati-Chef Richard Jalichandra. Es gebe den Witz in der Blogger-Community, dass "die meisten Blogs ein Publikum von einem Nutzer haben". (pte)
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Bis vielleicht auf den hier:
http://netzpolitik.org
Das war doch ähnlich beim "ich will meine eigene Homepage, mein eigenes Forum und mein eigenes Gästebuch haben"-Hype vor ein paar Jahren.
Die Euphorie ist gleich mal verflogen, als man die Zugriffszahlen der "das bin ich"-Homepages gesehen hat. Ein Forum (ist ja gratis, warum keines einrichten) hatte dann grad einen Eintrag (den des Webmasters) und die Gästebücher wurden zwar gut besucht, aber ausschließlich von Spammern.
Das gibt's noch.
ich hab auch so einen leichenblog. dort aktualisierte ich eine zeitlang pro tag, aber mittlerweile treten monatelange pausen auf. hängt aber uch mit dem maturastress zusammen. publikum hatte ich keines und werde wohl auch nie eins haben. das ist aber auch das konzept, dass das keiner liest. eröffnet möglichkeiten.
http://utopische-architektur.blogspot.com/
heisst zwar "utopische architektur", doch worum es wirklich geht? keine ahnung! man muss nicht alles verstehen können!
gehört der jetzt zu den 95%?
das könnte man im zukunft als dummy text verwenden so statt "Lorem ipsum dolor sit..." ;)
"Ebenso sind vom Betrieb, dem sich selbst Erfassen des Aristoteles, nicht die anderen Gestalten seiner Voraussetzung, sondern nur diejenige, welche selbst Idee ist, in der Logik abzuhandeln; aber diese ist nothwendig in ihr zu betrachten."
der erste run ist überstanden, die die wirklich etwas zu sagen haben, werden weiter machen, der rest wieder aus dem web verschwinden.
die revolution der informationsaufbereitung, die mit den blog gekommen ist, wird bestehen. alle informationen sind gleichwertig und werden durch die inhalte verknüpft ... schlagworte, kategorien stülpen die ordnung über die informationen
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