Guantánamo leert sich langsam

13. Juni 2009, 17:31
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Noch rund 230 Häftlinge in dem umstrittenen Lager auf Kuba - Drei Gefangene an Saudi-Arabien überstellt

Washington - Das umstrittene US-Gefangenenlager Guantánamo Bay auf Kuba leert sich nach und nach: In der vergangenen Woche haben die USA insgesamt zehn Insassen ausgeflogen. Zuletzt seien drei Männer aus Saudi-Arabien wieder in ihre Heimat gebracht worden, teilte das US-Justizministerium am Freitag (Ortszeit) mit. Die Männer würden zunächst unter Kontrolle der saudischen Behörden an einem Rehabilitationsprogramm teilnehmen, hieß es weiter. Beide Regierungen arbeiteten bei der Überstellungen ehemaliger Gefangener aus Guantánamo eng zusammen.

Die US-Regierung brachte damit binnen einer Woche vier Männer von der Volksgruppe der Uiguren, die aus China stammen, auf die Bermudas, einen in den Tschad und einen in den Irak. Ein weiterer Gefangener wurde nach New York überstellt, wo ihm als erstem Guantánamo-Insassen vor einem Zivilgericht der Prozess gemacht werden soll. Damit befinden sich laut US-Medien noch rund 230 Häftlinge in dem Lager. Laut Justizministerium wurden seit 2002 mehr als 540 Guantánamo- Gefangene in rund drei Dutzend Länder gebracht.

Die US-Regierung lobte die internationale Zusammenarbeit. Die jüngsten Überstellungen seien "zum großen Teil durch die Bereitschaft ausländischer Regierungen erfolgt, eng mit den USA in dieser wichtigen Frage zusammenzuarbeiten und bei der Schließung des Gefangenenlagers in Guantánamo Bay zu helfen", sagte Matthew Olsen, Chef der von US-Präsident Barack Obama mit der Überprüfung der Guantánamo-Fälle beauftragten Kommission.

Präsident Obama hatte nach seiner Amtsübernahme angekündigt, das Lager, in das unter seinem Vorgänger George W. Bush Terrorverdächtige als sogenannte feindliche Kämpfer gebracht worden waren, bis Jänner 2010 zu schließen. (APA/dpa)

 

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