Der Stanley Cup geht nach Pittsburgh

13. Juni 2009, 15:10
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Penguins setzen sich im entscheidenden siebten Spiel überraschend bei Titelverteidiger Detroit 2:1 durch

Wien - Die Pittsburgh Penguins haben in der Nacht auf Samstag den Stanley Cup 2009 gewonnen. Im entscheidenden siebenten Spiel der NHL-Finalserie siegten die Penguins bei den Detroit Red Wings mit 2:1 (0:0,2:0,0:1). Die Tore der Sieger erzielten Maxime Talbot (2) bzw. Jonathan Ericsson. Der erste Auswärtserfolg de Serie brachte somit die Entscheidung.

Die Pinguine, die den Cup vor einem Jahr in einer sechs Spiele langen Serie an die Red Wings verloren geben mussten, sind nach den Montreal Canadiens (1971) erst das zweite Team, das sich nach zwei Auswärts-Niederlagen zu Beginn eines Finales erfolgreich zurückgekämpft hat. Es war insgesamt der dritte Stanley-Cup-Gewinn für Pittsburgh nach 1991 und 1992. Damals war der heutige Teambesitzer Mario Lemieux der Führungsspieler gewesen, diesmals sind es mit Crosby und Jewgenij Malkin gleich zwei Ausnahmestürmer Teamleader. Talbot, ein Mann für wichtige Goals, schlug im zweiten Drittel zu. Keeper Marc-Andre Fleury strafte seine Kritiker mit einer soliden Leistung Lügen und hielt 23 Schüsse. "

Noch im Februar nicht in den Playoff-Rängen, setzten die Penguins im Saisonfinale zu einem eindrucksvollen Marsch an und beendeten die Regular Season mit einer Bilanz von 18/3/4 in den letzten 25 Partien. "Ein Traum ist wahr geworden. Alles was du dir vorgestellt hast - und mehr", sagte Captain Sidney Crosby. Er hatte im dritten Drittel kaum noch eingesetzt werden können, nachdem er im Mittelabschnitt nach einem heftigen Check in die Kabine musste. Pittsburgh erzielte den zweiten Treffer, als sich Crosby in den Katakomben seine Verletzung am linken Bein behandeln lassen musste. "Crosby ist unser Leader. Doch wir waren bereit, es auch ohne ihn zu schaffen", sagte Matchwinner Talbot. Der 21-jährige Crosby ist nun der jüngste Kapitän eines Siegerteams.

Der Erfolg der Penguins kommt doch etwas überraschend, auf eigenem Eis war Cupholder Detroit als Favorit ins Spiel gegangen. Nach dem Titel im Vorjahr hatten die Red Wings nur eines von zwölf Playoff-Matches in der Joe-Luis-Arena verloren. In zwölf von bisher 14 Finals hatte sich zudem das Heimteam in Entscheidungsspielen durchsetzen können.

Doch diesmal kam es anders. Pittsburgh verteidigte seine 2:1-Führung auch deshalb erfolgreich, da Red-Wings-Verteidiger Niklas Kronwall zwei Minuten vor Schluss mit einem Schuss an die Querlatte Pech hatte. Und in den letzten Sekunden machte Fleury mit spektakulärer Parade eine Chance von Nicklas Lidström unschädlich. Der Keeper hatte von Beginn an gut zu tun, denn die Red Wings starteten - nachdem der traditionelle Oktopus als Glücksbringer auf Eis geklatscht war - mit einer vollen Arena im Rücken voller Schwung. Auch Muhammad Ali, in eine Red-Wings-Shirt gewandet, war unter den 20.066 Zuschauern.

Doch nach einem torlosen ersten Drittel schlugen die Pinguine 73 Sekunden nach Wiederbeginn als Erste zu.  Talbot fing einen Pass ab und schlenzte den Puck an Chris Osgood vorbei zur Führung ins Tor. Sein Slapshot, der Mitte des Drittels neben Osgoods-Fanghandschuh in die Kreuzecke heulte, verdoppelte den Vorteil der Gäste.

So einfach wollten die Red Wings ihren Titel aber nicht hergeben. Und nach dem Anschluss durch einen harten Schuss von Rookie Jonathan Ericsson stand dem dramatischen Finale nichts mehr im Weg.

Malkin wurde im Rahmen der Feierlichkeiten nach der Partie noch die Conn-Smythe-Trophäe als wertvollster Spieler (MVP) der Playoffs überreicht. Er verbuchte 36 Scorerpunkte. "Wir hatten unsere Chancen, aber die Penguins waren noch stärker", gab Detroits schwedischer Kapitän Nicklas Lidström zu. Pittsburgh ist durch den Titelgewinn seiner Pinguine in diesem Jahr die erfolgreichste Sportstadt der USA. Bereits am 1. Februar hatten die Pittsburgh Steelers die Super Bowl im American Football gewonnen. (rob)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Penguins am Ziel.

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