Solana traf Hisbollah-Abgeordneten in Beirut

13. Juni 2009, 18:13
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Hassan spricht von Geste des guten Willens

Beirut - Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana hat am Samstag im Libanon einen Abgeordneten der Hisbollah zu politischen Gesprächen getroffen. Es war das erste Treffen eines europäischen Spitzendiplomaten mit einem Vertreter der militanten schiitischen Gruppierung, die von Israel und den USA als Terrororganisation eingestuft wird. Solana sprach in Beirut mit dem Abgeordneten Hussein Haj (Hadsch) Hassan. Einzelheiten wurden nicht genannt. Hassan beschrieb das Gespräch als eine Geste des guten Willens durch die EU.

Die vom Iran unterstützte Hisbollah hat bei der Parlamentswahl im Libanon vergangene Woche deutliche Verluste hinnehmen müssen. Die prowestliche Parlamentsmehrheit könnte jedoch eine Einheitsregierung bilden, an der auch die Hisbollah beteiligt werden könnte.

Hisbollah "Teil der Gesellschaft des Libanon"

Nach dem Treffen Solanas mit dem Hisbollah-Abgeordneten sagte der EU-Chefdiplomat: "Die Hisbollah gehört zur libanesischen Gesellschaft. Sie sitzt im Parlament und wird Verantwortung übernehmen." Er wies darauf hin, dass die EU die Hisbollah im Gegensatz zu den USA nicht auf ihre Terror-Liste gesetzt habe. Solana rief die politischen Lager im Libanon auf, einen Weg zu finden, "um das Land voranzubringen und eine Regierung zu bilden".

Solana war der erste ranghohe Vertreter der Europäischen Union, der einen Vertreter der schiitischen Hisbollah im Libanon getroffen hatte. Sein Gesprächspartner Hassan sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Treffen mit Solana sei Ausdruck einer "größeren Öffnung der EU gegenüber der Hisbollah". Die EU habe eine "realistischere" Haltung gegenüber dem Libanon eingenommen. Während seines zweitägigen Besuchs kam Solana auch mit Staatspräsident Michel Sleimane zusammen. (APA/AP)

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