Nachts im Museumshof

12. Juni 2009, 19:49
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Jeder öffentliche Raum braucht ein zivilisiertes Mindestverhalten

Das Wiener Museumsquartier (Muqua) ist ein zentraler Hof zum entspannten Abhängen und zwei Großmuseen, die auch da sind. Wenn man ehrlich ist: Das Muqua ist mehr als urbaner Rückzugsraum ein Erfolg als wegen der Museen. Im Hof stehen die genialen "Enzis" und darauf und dazwischen und darum herum herrscht meist zivilisiertes Bobo-Treiben (Bobo="bourgoise Bohemiens"). Manche bringen nachts größere Mengen vergorener Substanzen mit und feiern. Das gibt Lärm und Scherben. Der Geschäftsführer des Muqua wollte das jetzt mit privaten Security-Männern unterbinden. Das geht so nicht.

Jeder öffentliche Raum braucht zwar ein zivilisiertes Mindestverhalten. Zum Beispiel nicht mit dem Rad durch die vielen spielenden Kinder im Muqua zu pflügen wäre sehr zivilisiert. Aber der private Security-Mann hat oft auch kein zivilisiertes Mindestverhalten. Er neigt zu schwarzer Ledermontur, zum übertriebenen Aufpumpen eines möglicherweise gefährdeten Ego, zu Überreaktion und Inkompetenz in sozialen Konfliktsituationen. Private Security-Männer dieser Art sind irgendwie mit der Atmosphäre im Muqua schlecht vereinbar. (Hans Rauscher, DER STANDARD Print-Ausgabe, 13./14.06.2009)

 

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