Blackrock wird Geld-Goliath

12. Juni 2009, 18:58
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Das US-Unternehmen verwaltet nach dem Kauf der Barclays-Tochter Barclays Global Investors 2,8 Billionen Dollar

New York - Der US-Vermögensverwalter Blackrock bietet 13,5 Milliarden Dollar (96,6 Mrd. Euro) für das Tochterunternehmen der britischen Bank Barclays, Barclays Global Investors (BGI). Zusammen mit BGI wird Blackrock damit deutlich zur Nummer eins unter den Vermögensverwaltern aufsteigen. Nach der Übernahme managt das Unternehmen Gelder im Wert von 2800 Milliarden Dollar. Der nächstgrößte Vermögensverwalter, State Street, verfügt nur über die Hälfte des Kapitals. Der Marktwert der neu geschaffenen Gruppe soll 34 Mrd. Dollar betragen.

iShares im Verbund mit dabei

Bereits im April hat die britische Bank Barclays im Zuge der Rekapitalisierung angekündigt, den Bereich iShares an den Finanzinvestor CVC Capital Partners zu verkaufen. iShares gilt im Bereich passiv verwalteter Investmentfonds, sogenannter Exchange-Traded Funds (ETF), mit einem Marktanteil von über 45 Prozent zum größten Unternehmen. Der Deal mit Blackrock macht dieses Übereinkommen aber obsolet.

CVC hat bis 18. Juni Zeit, das Angebot von Blackrock für die gesamte Sparte BGI zu erhöhen. Stimmen aus dem Umfeld des Unternehmens schließen dieses Szenario aber aus. Stattdessen dürfte CVC eine Entschädigungszahlung in Höhe von 175 Mio. Dollar dafür erhalten, dass Blackrock zum Zug gekommen ist.

Für Aufregung rund um die Übernahme von BGI dürften auch die Gewinne sorgen, die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder im Zuge des Deals erzielen. So sieht das aktuelle Angebot von Blackrock vor, dass BGI-Vorstandsvorsitzender John Varley und Aufsichtsratpräsident Robert Diamond nicht nur im Direktorium des neuen Unternehmen sitzen werden. Zudem wird etwa Diamond mit seinem Aktienpaket einen Gewinn von rund 26 Millionen Dollar erzielen. Auch zahlreiche Mitarbeiter in den höheren Hierarchieebenen, die rund neun Prozent am Finanzkonzern BGI halten, können mit hohen Profiten aus der Übernahme rechnen. (sulu, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13./14.6.2009)

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