Unsentimentales über die Sehnsucht

12. Juni 2009, 18:52
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Auf den ersten Blick deutet bei Judith Kuckarts jüngstem Roman "Die Verdächtige" (Dumont Verlag) alles auf einen Krimi hin

Kommissar Robert Mandt, der "aussieht wie George Clooney" , bekommt Besuch von einer seltsamen Frau, Marga Burg, die eine Vermisstenanzeige aufgeben will. Ihr Geliebter ist nämlich in einer Geisterbahn verschwunden. Es kommt, wie es kommen muss - schließlich wurde der Polizist gerade von seiner Frau verlassen: Er erliegt der erotischen Ausstrahlung Marga Burgs, bei seinen Ermittlungen trifft er immer wieder auf sie, aber je näher er ihr rückt, desto undurchschaubarer wird der ganze Fall.

Zwischen Normalität und Wahnsinn zeichnet die 49-jährige deutsche Autorin, Tänzerin und Regisseurin Kuckart ihre Protagonisten, die Grenzen von Realität und Traum scheinen zu verwischen. Ein Märchen im Gewand eines Krimis, bei dem die Aufklärung eines Verbrechens nur Vorwand für eine Liebesgeschichte ist. Letztlich erzählt Kuckart aber über menschliche Verletzungen: Einsamkeit, Angst vor dem Verlassenwerden, die Melancholie der Liebe. Lesung mit Gespräch. (dog, DER STANDARD/Printausgabe, 13./14.06.2009)

>> 15. 6., Sbg., Literaturhaus, 0662/42 24 11. 20.00

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