Klingende Landschaft, letzter Akt

12. Juni 2009, 18:31
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Ein Ort und eine Landschaft im akustischen Porträt - von Peter Ablinger

Üblicherweise lauscht man der Klangvielfalt drinnen, im Jazzatelier, und nicht draußen, vor seinen Toren. Mit der Landschaftsoper Ulrichsberg ist die Ortschaft im Böhmerwald nun aber selbst zum musikalischen Akteur geworden.

Der kompositorischer Klangsammler Peter Ablinger lässt Ulrichsberg erklingen. Mit einer Baumpflanzung am Hügelkamm (Wind!) setzte er bereits letztes Jahr den ersten Akt. Auch die darauffolgenden Teile der Oper sind dieses Wochenende noch einmal zu erleben, sei es entlang eines Hörwegs oder im "Tonarchiv" , das mit aufgezeichneten Alltagsgeräuschen ein akustisches Porträt des Orts liefert. Eine Videokapelle in der Pfarrkirche beherbergt mit den O-Tönen von Bewohnern quasi das Libretto zur Oper.

Im abschließenden Akt erfährt das gesammelte Material nun seine musikalische Bearbeitung. Die Sprechstimmen fließen in die Komposition 18 Ulrichsberger/Tänze ein, aufgeführt vom Ensemble09. Und mit den Alltagsgeräuschen setzt sich im finalen Akt ein ganzes Orchester auseinander: Supermarktkassa und Pendlerbus kommen zu symphonischen Ehren. (wo, DER STANDARD/Printausgabe, 13./14.06.2009)

>> Ulrichsberg, Jazzatelier, Linz 09, 13.-14. 6.

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