Wirbellose anhand von Kotproben aufspüren

15. Juni 2009, 11:58
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Universität Innsbruck präsentiert neue Methode für die Untersuchung von Almflächen

Innsbruck/Wien - "Zeige mir deinen Kot und ich sage dir, wer du bist" - nach diesem Motto können Wissenschafter anhand von DNA-Spuren in Körperausscheidungen nicht nur Wirbeltiere, sondern nun auch wirbellose Arten nachweisen. Wissenschafter um Erwin Meyer vom Institut für Zoologie der Universität Innsbruck sind dabei, die Methode für Humusschichten von Almflächen zu etablieren. Die Arbeiten wurden vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützt.

Bei Tausendfüßern, die eine wichtige Rolle bei der Zerkleinerung und Verarbeitung von Pflanzenresten spielen, funktioniert es schon, berichtete Projektmitarbeiterin Julia Seeber. Die für die Analyse nötige Erbsubstanz (DNA) findet sich in ihrem Kot, weil dieser auch immer Zellen der Darmwand enthält. Für die Untersuchung muss daher nur mehr eine Humus-Probe aufgearbeitet und darin enthaltene Erbsubstanz isoliert werden.

Revolution für die Bodenforschung

Die Methode könnte die Bodenforschung revolutionieren, da damit auch bestimmte Schichten gezielt beprobt werden könnten. Derzeit sind die Innsbrucker Forscher dabei, die Methode auch für Regenwürmer auszuarbeiten. Abgesehen von der Technik sind die Experten an aufgelassenen Almflächen interessiert. Sie wollen dokumentieren, wie sich die Bodenfauna von den leicht verdaulichen Gräsern einer beweideten Almfläche auf eher schwer zu verdauende Zwergsträucher umstellt.

Soweit ist bisher schon klar geworden: Die einzelnen Tiergruppen setzen bezüglich ihrer Nahrung auf verschiedene Strategien. Während Regenwürmer eine je nach Ernährung unterschiedliche Fauna an Mikroben im Darm haben, ist der Mikrobenbesatz im Darm von Tausendfüßern zwar artenspezifisch, aber kaum variabel. Das lässt laut Seeber den Schluss zu, dass Regenwürmer möglicherweise flexibler auf Veränderungen reagieren können, indem sie einfach ihre nützlichen Helfer im Darm austauschen. (APA)

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