Geschäftsführung verteidigt Sparvorgaben für Landesstudios

12. Juni 2009, 13:08
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Strobl: Sind nicht stärker belastet als andere Direktionen

Nach dem Protest einiger ORF-Landesstudios gegen die Sparvorgaben meldet sich nun die Zentrale zu Wort. Die Behauptung, die Landesstudios seien durch die Sparmaßnahmen stärker belastet als andere Direktionen, bezeichnete ORF-Kommunikationschef Pius Strobl auf APA-Anfrage als "unrichtig". Mit 6,9 Prozent Kostensenkungsvorgabe in Bezug auf den Bruttoaufwand liegen die Bundesländer laut Strobl im ORF-Schnitt der einzelnen Direktionen und Bereiche.

Insgesamt muss der ORF im nächsten Jahr 81 Mio. Euro sparen. 21 Mio. Euro sollen über die Senkung der Pro-Kopf-Kosten eingespart werden, so lautet zumindest das Ziel jener Maßnahmen, die derzeit in den Verhandlungen mit dem Zentralbetriebsrat diskutiert werden. Von den 60 Mio. Euro, die dezentral zu leisten wären, entfallen laut Strobl zehn Mio. auf die Landesstudios. 

Strobl: Sind nicht stärker belastet als andere Direktionen

Auch gegen die Beschwerde aus den Studios, sie seien von Personalreduktionen in besonderem Maß betroffen, wehrt sich der Unternehmenssprecher. Die Bundesländer müssten laut Strobl 11,3 Prozent ihres Personals reduzieren - dieser Wert liege knapp unter dem Wert der zentralen Direktionen mit zwölf Prozent. "Die ORF-Landesstudios haben mit 1.055 Vollzeitäquivalenten den höchsten Mitarbeiterstand aller ORF-Direktionen. Vom gesamten Personalaufwand des ORF entfallen rund 26,5 Prozent auf die Landesstudios. Es liegt in der Natur der Dinge, dass Bereiche mit einer hohen Mitarbeiterzahl entsprechend höhere Einsparungen beim Personalaufwand erzielen werden, als solche mit geringerer Mitarbeiterzahl."

ORF-Geschäftsführung: Vorgaben mit Landesdirektoren abgestimmt

Der Betriebsrat des ORF-Niederösterreich hatte wie berichtet vor kurzem in einer Aussendung kritisiert, dass seine bisherigen Vorleistungen beim Sparvolumen nicht berücksichtigt werden. Strobl dementierte das und betonte, dass "die Vorgaben auf die jeweilige Situation und die bereits erbrachten Strukturleistungen der einzelnen Landesstudios abgestimmt" sind. Laut Kommunikationschef seien die Sparvorgaben mit den Landesdirektoren besprochen worden. In der vergangenen Woche habe eine Planungssitzung mit Geschäftsführung und Landesdirektoren stattgefunden, bei der man darin einig war, dass die Einhaltung der Vorgaben "zwar schwierig, aber unumgänglich" ist. Ziel des Sparprogramms ist es, "die Leistungsbreite aufrecht zu erhalten und dennoch kostenküngstigst zu produzieren". (APA)

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