Neuer US-Befehlshaber erwägt neue Taktik

12. Juni 2009, 12:40
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Reaktion auf Unmut in der Bevölkerung wegen hoher Zahl ziviler Opfer

London - Der neue US-Befehlshaber für Afghanistan hat eine Überprüfung der Einsatztaktik seiner Truppen angekündigt. Damit solle auf den wachsenden Ärger in der Bevölkerung über zivile Opfer bei US-Angriffen reagiert werden, sagte Generalleutnant Stanley McChrystal nach seiner Bestätigung durch den Senat der britischen BBC am Freitag. Es komme darauf an, das richtige Gleichgewicht zwischen kurzfristig-taktischen und langfristig-strategischen Wirkungen zu erreichen. "Die wichtigste Aufgabe ist dabei der Schutz des afghanischen Volkes, damit dieses die Regierung Afghanistans als legitim und leistungsfähig anerkennt", sagte der General.

McChrystal tritt sein Amt in Kürze an und hat dann den Oberbefehl über 56.000 US-Soldaten und 33.000 Soldaten anderer Nato-Staaten inne. Sein Vorgänger David McKiernan war von seinen Aufgaben entbunden worden.

Die hohe Zahl ziviler Opfer bei US-Angriffen gegen vermutete Stellungen der radikal-islamischen Taliban hat in der afghanischen Öffentlichkeit zu offener Kritik am US-Militär geführt. Bei einem Luftangriff im Westen des Landes im vergangenen Monat waren zahlreiche Zivilisten getötet worden. Afghanische Behörden gaben ihre Zahl mit 140 an, das US-Militär sprach von 20 bis 35 getöteten Zivilisten. (APA/Reuters)

 

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