Kein Sponsor für Sun, kein Geld für Ledezma

12. Juni 2009, 12:43
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Das chinesische Gastspiel bei den Violetten findet keine Fort­setzung. Ledezma bleibt aus, bis 22. Juni will Manager Parits einen Stürmer präsentieren

Wien - "Wir haben keinen Sponsor für Sun gefunden", erklärte Austrias AG-Vorstand Thomas Parits am Freitag. Die gleiche Antwort bekam derStandard.at von der chinesischen Journalistin Hu Sitong, die Sun Xiang in Wien beratend zur Seite stand. "Shanghai Shenhua will 350.000 Euro für Sun haben", so Sitong. Zuviel für die Wiener wie Parits erklärt: "Das gesamte Paket, Ablöse und Gehalt, ist für uns einfach zu teuer."

Dabei sorgte der Chinese in der österreichischen Bundesliga durchaus für Unterhaltungswert: Zum Bundesliga-Einstand gelang ihm das schönste Eigentor der Saison und zum Abschied machte er Sturm Graz einen Freistoß-Strich durch die Cup-Rechnung, der den Wienern den Weg zum 27. Titel ebnete. Dazwischen blieben die Auftritte des Chinesen wechselhaft, in der Ruhe des Balls lag Suns Kraft, bei hohem Tempo überspielte er Gegner und sich selbst schon mal zugleich. Bei den Wiener Fans war er nicht nur, ob seines vertraut klingenden Namens beliebt, auch sein Einsatz für die Austria, der nur durch einige Verletzungen gebremst wurde, gefiel den Zuschauern. Der "Austria-Hype" in China, über den das Marketing der Violetten gern berichtete, wird spätestens mit dem Abgang Suns verfliegen. "Wenn Sun nicht mehr bei der Austria spielt, interessiert sich kein Chinese für die österreichische Liga", so Hitong.

Weder Zurawski, noch Ledezma

Der polnische Angreifer Maciej Zurawski hat sich für Griechenland und gegen Österreich entschieden. Austrias erklärter Wunschstürmer war am Ende für die Veilchen nicht leistbar. "Zurawski ist ein guter Freund unseres Abwehrchefs Jacek Bak, er hätte gut gepasst, es ist aber am Finanziellen gescheitert", erklärt Parits. Seit der ehemalige Austria-Spieler die sportlichen Fäden zieht, halten sich die finanziellen Ausgänge am violetten Konto stets in einem sparsamen Rahmen. "500.000 Euro Ablöse zahlen wir nicht mehr, wenn ein Spieler einen guten Vertrag hat, ist er nicht interessant für uns. Auch Admiras Froylán Ledezma ist kein Thema", so Parits.

Am Montag erwartet die Austria Trainingsgäste aus Brasilien. Die Tickets für zwei Stürmer sind gebucht, die Zimmer reserviert. "Wir sind eine Zwischenstation für junge Spieler, die in Europa Fuß fassen wollen", so Parits über die Kooperation mit den Corinthians. Ein Routinier zum Aufschauen, wie ihn der Austria-AG-Vorstand für den leeren Stürmer-Platz neben Rubin Okotie sucht, wird aus Südamerika nicht einfliegen, den will Parits bis 22. Juni aus dem Ärmel schütteln. (Simon Hirt, derStandard.at, 12. Juni 2009)

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    350. 000 Euro waren der Austria zu viel Geld um Sun Xian von Shanghai Shenhua zu verpflichten.

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