Superfund ausgebremst

12. Juni 2009, 20:26
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Kein Formel-1-Ticket für das geplante österreichische Team - Rebellen wahrscheinlich auch 2010 dabei - Neueinsteiger heißen Campos, Manor und US F1

Paris - Das Ansinnen von Superfund-Chef Christian Baha, mit einem eigenen, vorwiegend österreichischen Team in die Formel1 einzusteigen, wurde zurückgewiesen. Der Automobil-Weltverband Fia nahm das Projekt mit Teamchef Alexander Wurz nicht in die Startliste für die Saison 2010 auf. Neben den zehn aktuellen Teams wurden nur drei Neulinge - U.S. F1, Manor GP aus England sowie Campos GP aus Spanien - akzeptiert. Allerdings scheint die von der Fia als fix bezeichnete Startliste längst nicht fix zu sein.

Die von Ferrari und Red Bull Racing angeführte Fraktion der rebellischen Teams legten in ersten Reaktion auf die Feststellung wert, dass ihre Nennung unter Vorbehalten erfolgt sei. Es geht natürlich um die von der Fia propagierte freiwillige Budgetobergrenze von 45 Millionen Euro ab 2010. Jenen Teams, die sich daran halten, sollen umfangreiche technische Vorteile eingeräumt werden.

Erst am Donnerstag soll sich Fia-Präsident Max Mosley insofern kompromissbereit gezeigt haben, als dass er sich nun auch wie von den Teams gefordert eine schrittweise Einführung der Budgetobergrenze vorstellen kann. Demnach sollte sie 2010 bei hundert Millionen und erst ab 2011 bei 45 Millionen liegen. Als letztmöglicher Termin für die endgültige Einigung wurde am Freitag der 19. Juni genannt. Gelingt keine Einigung, ziehen also einige Rebellen ihrer Nennung doch noch zurück, könnte sich für Superfund eine neue Chance auftun. Alexander Wurz, der als Teamchef bei Superfund fungieren würde, im ORF: "Die FIA hat uns, also das Team Superfund, gebeten, bis 19. Juni auf Warteposition zu gehen. Es kann sich noch etwas tun."

Wahrscheinlich ist das nicht, wurden doch Campos GP, Manor GP und U.S. F1 aus insgesamt 15 Einstiegswilligen ausgewählt. Mit ihnen kehrt Cosworth in die Formel1 zurück. Alle drei haben mit dem britischen Triebwerksbauer, der zuletzt 2006 das Williams ausgerüstet hatte, einen Vertrag über drei Jahre abgeschlossen.

Das spanische Campos-Team wurde 1998 von dem früheren F1-Piloten Adrian Campos gegründet und ist in verschiedenen Rennserien wie der GP2 und der F3-Euroserie angetreten. Dabei gewann der Rennstall, der nahe der Strecke in Valencia ein technisches Zentrum unterhält, sechs Fahrer- und fünf Konstrukteurstitel.

Alte Bekannte

Manor wurde 1990 vom früheren britischen Rennfahrer John Alfred Booth gegründet. Seitdem gewann das Team 171 Rennen und 19 Meisterschaften in Serien von der Formel Renault bis zur F3-Euroserie. Der Rennstall mit Sitzen in Sheffield und Bicester, bei dem in ihren Anfängen die Weltmeister Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton unter Vertrag waren, wird technisch von Nick Wirths Ingenieursbüro Wirth Research Limited (WRL) unterstützt, das unter anderem die Siegerautos der Indy Racing League 2004 und 2005 baute. 1994 war Wirth Gründer und Technischer Direktor des F1-Teams Simtek, von 1996 bis 1999 Chefdesigner bei Benetton.

Der Mann hinter U.S. F1 ist der US-Amerikaner Ken Anderson, der neben seiner Arbeit bei den Indy 500 und in der Indy-Car-Serie auch in der Formel1 für Ligier und Onyx tätig war. Sein britischer Teamdirektor Peter Windsor ist seit mehr als 35 Jahren als Journalist, Teammanager und Berater in der Formel 1 unterwegs. Unter anderem arbeitete er für Williams und Ferrari sowie als Berater von Carlos Reutemann und Nigel Mansell. Das Team wird auf zumindest einen US-Piloten setzen, nicht aber auf Danica Patrick, die in der Indy Racing League bleibt. (sid, red - DER STANDARD PRINTAUSGABE 13.6. 2009)

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    Superfund bleibt auf der Strecke. Aber nicht im wahrsten Sinne des Wortes.

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