Russischer Anleger zerrt Medici-Bank vor Gericht

12. Juni 2009, 12:02
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Wien - Ein russischer Kunde macht gegen Sonja Kohn und ihre Bank Medici - die Bank verlor kürzlich ihre Lizenz - mobil. Laut Magazin "Format" hat "Repex Ventures" in den USA eine Sammelklage losgetreten und in Wien eine Strafanzeige in der Causa Medici eingebracht.

Viele Russen sollen ihr Geld in den von Medici vertriebenen Herald-Fonds gesteckt haben. Für die Anleger ein schlechtes Geschäft, weil die von dem US-Betrüger Bernard Madoff verwalteten Fonds nun als wertlos gelten. Repex wird in Österreich von Rechtsanwalt Gabriel Lansky vertreten. Dem "Format" zufolge hat er der Staatsanwaltschaft Wien am 19. Mai 2009 einen "Nachtrag zur Strafanzeige" geschickt, die zeige, mit welchen Mitteln die Bank auf Kundenfang gegangen sei.

Im Prinzip habe der "Repex-Russe" 900.000 Dollar möglichst konservativ veranlagen, schreibt "Format". Einer der Vorwürfe der geprellten Anleger in der Anzeige: Kohn habe den von Madoff gemanagten Hedgefonds Herald als "risikolos" empfohlen.

Dass es sich bei Herald um einen Hedgefonds handelte, sei nie erwähnt worden. Ebenso wenig, dass "bei diesem Fonds Bernard L. Madoff Investment Securities Limited (BLMIS) zugleich als Sub-Custodian und Sub-Investmentmanager fungierte und dadurch jegliche Kontrollmechanismen des Fonds außer Kraft gesetzt wurden", wie aus der Anzeige zitiert wird.

Aufgrund der Einzelstrategie eines Single-Hedgefonds und dem damit verbundenen Risiko sei auch der Vertrieb von Single-Hedgefonds an nicht institutionelle Anleger in Österreich unzulässig. Kohn und ihre Bekannte Susanne Fried hätten dem Kunden deshalb die Gründung einer Offshore-Firma empfohlen, weil bei institutionellen Kunden die strengen Beratungsgrundsätze für Privatkunden nicht zur Anwendung kämen. So sei die Firma Repex auf der Karibikinsel Tortola entstanden.

"Die Vorwürfe sind absurd", sagte im "Format" Medici-Anwalt Clemens Trauttenberg. Der Herald-Fonds habe in die 100 größten US-Aktien mit niedriger Volatilität investiert. Von hochriskanten Hedgefonds zu reden sei falsch. Die Bank habe von dem Betrug, der in New York stattgefunden habe, weder gewusst noch sich daran beteiligt. Kohn-Anwalt Wolfgang Brandstätter sagte dem Magazin, "meine Mandatin hat sich nichts vorzuwerfen", sie sei Opfer und nicht Täter.

Den Anteilinhabern der Herald Fund SPC und der Primeo Fund Ltd. teilt die UniCredit Bank Austria AG heute, Freitag, in einer Pflichtveröffentlichung im "Amtsblatt" der "Wiener Zeitung" mit, dass ihre Stellung als Repräsentant und Zahlstelle (gemäß Investmentfondsgesetz) beendet ist. (APA)

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