Trent Reznor hat die Nase voll von Social Networks

12. Juni 2009, 11:55
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"Idiots rule", mit diesen verbitterten Worten verabschiedet sich der NIN-Frontman von Twitter und Co

Mit seiner Sympathie für Filesharing und bitterbösen Worten für Apple aufgrund einer zurückgewiesenen iPhone-App, hat Nine Inch Nails-Frontman Trent Reznor in den letzten Monaten für Aufsehen in Foren, Social Networks und auf Twitter gesorgt. Nun will Reznor aber genau diesen Plattformen den Rücken kehren.

Direkter Kontakt zu den Fans

Um herauszufinden, was Fans wirklich wollen und mit ihnen interagieren zu können, habe er die neuen Medien selber kennen lernen müssen, so Reznor in einem Blog-Eintrag. Traditionelle Labels wüssten deshalb nicht wie sie etwas in den neuen Medien vermarkten können, weil sie sich dort nicht aufhalten würden. Nine Inch Nails habe das getan und sei mit der Community direkt ohne Zwischenhändler oder PR-Personen in Kontakt getreten.

Störenfriede

Die Beziehung zwischen Künstler und Fan habe sich verändert, so wie das Internet auch die Art Musik zu konsumieren und zu kommunizieren verändert habe. Reznor kritisiert jedoch, dass es viele Personen gebe, die einfach nur stören wollten. Auf geschlossenen Portalen wie nin.com könne man Störenfriede zwar blockieren, sie würden sich aber einfach wieder unter anderem Namen anmelden - Reznor spricht von drei bis vier unterschiedlichen Personen, die ihm täglich an die 100 Drohungen schicken würden. Die Band überlegt daher, in Zukunft verifizierte Accounts einzuführen, damit sich Personen mit ihrem richtigen Namen anmelden.

"Idiots rule"

Auf Twitter, das Reznor zunächst als Kuriosität betrachtet habe, habe er die User etwas mehr über sich selbst erfahren lassen. Einige Rückmeldungen hätten ihn dabei sehr schockiert, da er nicht so sei, wie es einige Fans von ihm erwartet hatten. Er habe sich sehr offen, ehrlich und menschlich auf Twitter gegeben und sogar von seiner neuen Liebe geschrieben. Auf der Microblogging-Seite würden aber nun immer mehr Nutzer auftauchen, die einfach nur diskriminierende, hasserfüllte Nachrichten schreiben würden. Reznor klinke sich daher aus der Social Networking-Welt aus, da sie mehr Schaden anrichte als Gutes hervorzubringen. Er habe aus diesem "Experiment" eine Erkenntnis gewonnen: "Idiots rule." Den Link auf seinen Blog-Eintrag hat Reznor allerdings worüber verbreitet? Richtig, Twitter! (red)

  • NIN-Frontman Trent Reznor ist von Social Networks enttäuscht
    foto: epa

    NIN-Frontman Trent Reznor ist von Social Networks enttäuscht

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