Wahlen sind Topthema in Israel

12. Juni 2009, 10:55
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"Es gibt niemand, der Israels PR-Interessen besser dient" als Ahmadinejad

Tel Aviv - Israel hat am Freitag mit großer Aufmerksamkeit die Präsidentschaftswahl im Iran verfolgt, dessen Atomprogramm unter Präsident Mahmoud Ahmadinejad als große Bedrohung angesehen wird. Die israelischen Medien zitierten am Freitag hohe Mitarbeiter in der Regierung und im Militär, wonach der Ausgang der Wahl ihrer Einschätzung nach allerdings keine Auswirkungen auf die Fortsetzung des Atomprogramms haben werde. Daran werde auch ein möglicher Wahlsieg des reformorientierten früheren Ministerpräsidenten Mir-Hossein Moussavi nichts ändern, schreibt die "Jerusalem Post" unter Berufung auf hohe israelische Militärs.

Das Thema Wahlen im Iran war am Freitag Aufmacher in allen israelischen Zeitungen und im Rundfunk. In der Tageszeitung "Maariv" schreibt Kommentator Ben Caspit: "Wenn Ahmadinejad verliert, werden wir ihn vermissen. Es gibt niemanden, der Israels PR-Interessen besser dient als er".

Israel betrachtet den Iran als die größte strategische Bedrohung für die eigene Existenz. Israel will deshalb verhindern, dass die Führung in Teheran das Atomprogramm soweit fortsetzen kann, dass sie in den Besitz von Atombomben gelangt. Israel neuer rechtsgerichteter Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat einem Stopp dieser Bemühungen Vorrang eingeräumt.

Ungeachtet aller Spekulationen hat Außenminister Avigdor Lieberman Anfang des Monats in Moskau versichert, dass Israel keine Bomben auf die iranischen Atomanlagen abwerfen werde. Israel verlangt in den Atomgesprächen des Westens mit dem Iran eine feste Zeitvorgabe für deren Dauer und im Falle eines Scheiterns harte internationale Sanktionen. (APA/dpa)

 

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