Herzprobleme mit Bisphenol A

13. Juni 2009, 08:11
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Plastikgrundstoff weit verbreitet - gesundheitsschädigende Wirkung wird seit Jahren diskutiert

Washington - Der allgegenwärtige Plastikgrundstoff Bisphenol A (BPA) kann möglicherweise bei Frauen gefährliche Herzrhythmusstörungen verursachen. In Laborstudien veränderte die Chemikalie die Aktivität von Herzzellen weiblicher Ratten und Mäuse. Bisphenol A zählt weltweit zu den meistproduzierten Stoffen und kommt in CD-Hüllen und Plastikbaustoffen ebenso vor wie in Dosen, Kunststoffflaschen und anderen Lebensmittelverpackungen.

Studien zufolge kann die Substanz, die ähnlich wirkt wie das weibliche Sexualhormon Östrogen, das Risiko etwa für Diabetes, neurologische Beschwerden sowie Brust- und Prostatakrebs erhöhen. "Man ist Bisphenol A stark ausgesetzt, trotz der Erkenntnis, dass es schädliche Auswirkungen haben kann", sagt Scott Belcher von der Universität Cincinatti. "Wir hatten Grund zu der Annahme, dass gefährliche Auswirkungen auf Herz und Kreislauf der Liste hinzugefügt werden können."

Nur die weibliche Herzmuskelzelle reagiert

Die auf einer Hormonforscher-Tagung in Washington vorgestellte Studie bestätigte diesen Verdacht: Schon in geringen Mengen löste die Substanz bei Herzmuskelzellen von Nagetieren Arrhythmien aus. Dies galt allerdings nur bei Zellen weiblicher Tiere. Weitere Studien zeigten, dass Bisphenol A über bestimmte Östrogenrezeptoren den Kalziumhaushalt der Zellen stört.
Medienberichte über Bisphenol A lösen immer wieder Diskussionen darüber aus, ob von der Substanz eine gesundheitsschädigende Wirkung ausgeht. Zuletzt gerieten Babyflaschen ins Kreuzfeuer der Kritik. (APA/AP/red)

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