Frauen sind in Krebsstudien unterrepräsentiert

12. Juni 2009, 10:47
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Eine Analyse zeigt, dass Frauen in Studien zu Ursachen und Therapien von Krebserkrankungen noch immer stark unterrepräsentiert sind

New York - Frauen sind in Studien zu Ursachen und Therapien von Krebserkrankungen stark unterrepräsentiert. Zwar hatten die Nationalen Gesundheitsinstitute der USA schon 1993 dazu aufgerufen, in solchen Untersuchungen beide Geschlechter angemessen zu berücksichtigen. Aber eine Analyse zeigt, dass noch immer großer Nachholbedarf besteht.

Die ForscherInnen der Universität von Michigan in Ann Arbor werteten Studien aus, die im Jahr 2006 in acht hochkarätigen medizinischen Fachzeitschriften publiziert wurden. An den rund 660 Untersuchungen nahmen insgesamt über eine Million Menschen teil. Bei keiner einzigen der sieben nicht geschlechtsspezifischen Krebsarten entsprach der Prozentsatz der Teilnehmerinnen jenem Anteil, zu dem Frauen tatsächlich betroffen sind.

Höherer Anzahl an Frauen bei staatlich finanzierten Studien

Insgesamt stellten Frauen knapp 39 Prozent der ProbandInnen. Bei den staatlich finanzierten Studien lag der Anteil mit 41,3 Prozent etwas höher. Warum weniger Frauen an solchen Studien teilnehmen, ist nicht bekannt. "Nur wenn wir die Kräfte verstehen, die die Geschlechterverteilung der StudienteilnehmerInnen beeinflussen, können wir als Gesellschaft gewährleisten, dass unsere medizinischen Forschungsbemühungen allen zugutekommen", schreiben die ForscherInnen im Fachblatt "Cancer". (APA/AP)

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