Großes Fremdsprachen-Angebot an Schulen wird nur wenig genützt

12. Juni 2009, 10:26
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Eurydice-Studie in 31 europäischen Ländern - Österreich bietet besonders viele Fremdsprachen an - Englisch, Französisch und Spanisch dennoch am häufigsten gelernt

Wien - In Österreich wird mit fast 20 Sprachen an Schulen ein "relativ breites Spektrum an Fremdsprachen angeboten". Laut einer Erhebung des Informationsnetzes zum Bildungswesen in Europa "Eurydice" in 31 Länder können Schüler in kaum einem anderen der untersuchten Staaten aus so vielen verschiedenen Sprachen wählen. Trotz dieser großen Auswahl lernen aber nur 5,6 Prozent der österreichischen Kinder nach der Volksschule eine andere als die in Europa meistgelernten Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch oder Russisch. In den EU-27 ist der Anteil allerdings noch deutlich geringer: Nur 2,7 Prozent entscheiden sich nicht für eine der genannten Sprachen bzw. Deutsch.

In Österreich werden bereits in der Volksschule Englisch, Französisch, Italienisch und die ebenfalls als Fremdsprachen gelehrten Minderheitensprachen Ungarisch, Slowenisch, Tschechisch, Slowakisch (nach der Volksschule nur an AHS) sowie Romanes und Burgenlandkroatisch angeboten. Nach der Volksschule können die Schüler bis auf Maturaniveau außerdem Spanisch, Russisch, Latein, Polnisch und Bosnisch, Kroatisch und Serbisch lernen. Türkisch kann ausschließlich an den Hauptschulen belegt werden.

Fast 100 Prozent Englisch

Die meistgelernten Sprachen sind dennoch Englisch (98,8 Prozent lernen es nach der Volksschule), 12,9 Prozent entscheiden sich für Französisch, 5,7 Prozent für Italienisch und 2,2 Prozent für Spanisch.

97,4 Prozent bekommen bereits in der österreichischen Volksschule Englischunterricht, im Schnitt der EU-27 sind es 59 Prozent. Viel Zeit wird dafür jedoch nicht aufgewandt, nur 4,3 Prozent des Gesamtstundenvolumens. Der Anteil des Sprachenlernens am gesamten Unterrichts liegt in Österreich mit 11,2 Prozent (Hauptschule) bzw. 13,2 Prozent (AHS-Unterstufe) im unteren Bereich der Vergleichsländer, von denen ein Teil ein Fünftel der Unterrichtszeit dafür nutzt.

Österreich gehört zu den wenigen untersuchten Staaten, in denen eine zweite Fremdsprache während der Schulpflicht nicht obligatorisch ist, sondern erst an den höheren Schulen. In der Praxis hat dies die Auswirkung, dass in Hauptschule bzw. AHS-Unterstufe nur 9,1 Prozent der Schüler zwei Fremdsprachen lernen (EU-Schnitt: 55,2), in den höheren Schulen aber 63,7 Prozent (46,6). Ähnlich sieht das Verhältnis bei der Zahl an Schülern aus, die drei oder mehr Fremdsprachen lernen: Bis zum Ende der Schulpflicht sind es 0,2 Prozent (EU-Schnitt: 3,2), an höheren Schulen 12,4 Prozent (8,7). (APA)

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