Landesweite Proteste gegen Polizeigewalt

12. Juni 2009, 16:07
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Mehrere Festnahmen - Kongress setzt Verordnungen über die Ausbeutung von Bodenschätzen aus

Lima - Mit Tränengas ist die Polizei in Peru gegen Demonstranten vorgegangen, die nach dem gewaltsamen Einsatz von Sicherheitskräften vor einer Woche den Protest von Indigenas  im Amazonasgebiet unterstützten. In der Hauptstadt Lima kam es zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und Hunderten Studenten, von denen einige Steine und Brandsätze warfen. Landesweit gingen am Donnerstag mindestens 20.000 Studenten, Gewerkschafter und Ureinwohner auf die Straße. Im Süden des Landes legten Straßenblockaden den Verkehr lahm.

Die Indigenas wehren sich gegen Gesetze, die die Ausbeutung von Bodenschätzen in der Amazonasregion durch ausländische Unternehmen ermöglichen sollen. Einige der Demonstranten in der Nähe des Kongresses in Lima riefen "Der Dschungel ist nicht zu verkaufen". Verletzt wurde bei dem Polizeieinsatz offenbar niemand. Nach Angaben von Reportern der Nachrichtenagentur AP wurden mehrere Menschen festgenommen.

Der Kongress hatte am Mittwoch zwei von den Indigenas kritisierte Verordnungen bis auf weiteres ausgesetzt. Präsident Alan García hat erklärt, sie Regelungen seien für die Entwicklung Perus nötig.

Die Proteste der Indigenas  begannen im April und sind vergangene Woche eskaliert. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei wurden am vergangenen Freitag unbestätigten Angaben zufolge mehr als 50 Menschen getötet. Es waren die schwersten Unruhen in dem südamerikanischen Land seit dem Vorgehen gegen die Guerillaorganisation Leuchtender Pfad vor mehr als zehn Jahren. (red/APA/AP)

  • "Der Urwald steht nicht zum Verkauf"
    foto: epa

    "Der Urwald steht nicht zum Verkauf"

  • Die Polizei nahm mehrere Demostranten fest
    foto: epa

    Die Polizei nahm mehrere Demostranten fest

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