Rechtsextremist wird wegen Mordes angeklagt

12. Juni 2009, 06:32
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US-Justizbehörden: Lebenslange Haft oder Todesstrafe drohen

Washington - Nach dem blutigen Angriff auf das Holocaust-Museum in Washington haben die Justizbehörden eine Anklage wegen Mordes gegen den 88 Jahre alten Rechtsextremisten angekündigt. Dem Attentäter werde offiziell Mord vorgeworfen, sagte die Chefin der Washingtoner Polizei, Cathy Lanier, am Donnerstag vor Journalisten. Zudem stehe dem Täter eine Anklage bevor wegen "Waffenbesitzes mit dem Ziel, in einer Bundeseinrichtung zu töten". Joseph Persichini von der US-Bundespolizei FBI fügte hinzu, es werde untersucht, ob der Angreifer auch wegen eines Verbrechens mit rassistischen Motiven angeklagt werden könne.

Bei einer Verurteilung wegen Mordes drohen dem 88-Jährigen eine lebenslange Haft ohne Chance auf Straferlass oder sogar die Todesstrafe, wie Staatsanwalt Channing Phillips mitteilte. Der bei der Tat schwer verwundete Angreifer ist den Angaben zufolge noch immer in einem kritischen Zustand und wird im Krankenhaus behandelt. Der vorbestrafte Holocaust-Leugner hatte am Mittwoch in dem Museum um sich geschossen und einen Wachmann getötet. Er unterhielt nach Erkenntnissen der Ermittler seit Jahren Verbindungen zu rassistischen und regierungsfeindlichen Gruppen.

Notizen in Auto des Attentäters entdeckt

Die Ermittler fanden weitere Hinweise, die den Verdacht auf ein antisemitisches Motiv des Attentäters bestätigen. In dem Auto des Mannes wurden handschriftliche Aufzeichnungen mit judenfeindlichem Inhalt entdeckt, wie am Donnerstag aus einem Dokument der Ermittler hervorging. In den Notizen, die der Täter alle mit seinem Namen unterzeichnete, leugnet der 88-Jährige beispielsweise den Holocaust und beschreibt US-Präsident Barack Obama als "jüdische Marionette".

Die Notizen wurden in dem Auto gefunden, das der Täter am Mittwoch vor dem Holocaust-Museum in Washington geparkt hatte, bevor er in das Gebäude ging, mehrere Schüsse abfeuerte und einen Wachmann tödlich verletzte. Dem Dokument der Ermittler zufolge ist der 88-Jährige auch der Verfasser eines Romans, in dem die US-Regierung als Instrument einer jüdischen Verschwörung beschrieben wird. In der Wohnung des Angreifers wurden demnach Munition und eine weitere Waffe gefunden. (APA/AFP)

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