Airbus-Chef gegen Spekulationen

11. Juni 2009, 22:07
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Tom Enders dementiert "direkten Zusammenhang" mit Geschwindigkeitssensoren

Paris  - Airbus-Chef Tom Enders hat die derzeitigen Spekulationen über die Ursache der Flugzeug-Katastrophe über dem Atlantik als unverantwortlich bezeichnet. "Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen falschen Geschwindigkeitsmessungen und dem Unfall", sagte Enders am Donnerstag dem ARD-Studio Paris. Es sei ganz normal, dass sich der Autopilot bei inkonsistenten Messungen ausschalte. "Wir wollen den Piloten ja nicht rausnehmen aus dem Flugzeug. In dieser Situation ist es wichtig, dass der Pilot selbst das Flugzeug steuert", sagte Enders.

Heftige Kritik übte der Deutsche an der Berichterstattung der französischen Zeitung "Le Figaro", die am Donnerstag geschrieben hatte, Airbus schließe nicht aus, seine Flotte von 1000 A330 und A340 am Boden zu lassen, um die Messgeräte auszutauschen. "Das ist kompletter Blödsinn. Der Bericht hat keinerlei Substanz", sagte Enders. Es gebe in einer solchen Situation immer Medien, die verantwortlich seien und andere, die weit weniger verantwortlich seien und nach Schlagzeilen suchten.

"Dass es Probleme mit Sonden gibt bei der Geschwindigkeitsmessung, ist nicht neu", betonte der Airbus-Chef. Diese würden ständig fortentwickelt und es gebe mehrere Hersteller auf der Welt, die sie produzierten. "Sobald bessere auf dem Markt sind, ist es natürlich unsere Aufgabe, in sogenannten Service-Bulletins (...) den Fluggesellschaften anzuraten (...) neue Geschwindigkeitsmesser einzurüsten", sagte Enders. Das habe man getan. Die Europäische Flugsicherheitsbehörde EASA habe die Sicherheit der Langstreckenflugzeuge gerade bestätigt.

Bei dem Absturz des Airbus A330 von Air France waren am Pfingstmontag 228 Menschen ums Leben gekommen, darunter eine Tirolerin. (APA/dpa)

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