Vorzug

11. Juni 2009, 19:17
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Die Wähler können per Vorzugsstimme mitentscheiden - Ein Irrtum

Warum haben 100.000 eher bürgerliche Wähler dem Kandidaten Othmar Karas eine Vorzugsstimme gegeben? Mit etwas politischer Erfahrung kann man vermuten: Viele fragten sich, ob schon wieder ein Vertreter der niederösterreichischen ÖVP-Parteimaschine wie Ernst Strasser einen wichtigen Posten in der ÖVP, nämlich Spitzenkandidat und Fraktionsführer, bekommen soll. Viele werden sich auch gefragt haben, ob Karas nicht mehr EU-Erfahrung als Strasser hat. Manche werden gefunden haben, dass sich nicht auch noch die ÖVP schnurrend im Schoß des "Krone"-Herausgebers zusammenrollen muss (Strasser: "Dichand ist mein Vorbild"). Die meisten dieser bürgerlich-freidenkerischen Wähler werden es einfach als erfrischend empfunden haben, mittels Vorzugsstimme einem Kandidaten ihrer Wahl eben den Vorzug zu geben.

Irrtum. Strasser, nicht Karas wird Delegationsleiter. Warum? Darum. Nein, "weil die Gremien ..." (so die frischgebackene EU-Abgeordnete Köstinger). Weil Pröll es so gewollt hat und weil Dichand es auch will. Und so will die ÖVP kritische Wähler jenseits der Stammklientel anziehen? (Hans Rauscher, DER STANDARD-Printausgabe, 12.6.2009)

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