Grüne Vorwahlen

Nicht ganz grün

11. Juni 2009, 19:03

Die Partei war auf ihre Unterstützer nicht vorbereitet - "Überprüfungen" von Kandidaten verlangen aber klare Kriterien

So einfach kann Mitbestimmung funktionieren: Wer im November die Grünen-Kandidaten für die Wiener Wahl mitwählen will, braucht sich nur rechtzeitig registrieren lassen. Mitglied werden muss nicht sein. Ein Schlupfloch in den Statuten der Wiener Grünen macht das möglich. Via Internet werden seit Wochen neue Unterstützer gesammelt - Facebook-Politik sozusagen.

Etwa 500 Personen wollen so den Kurs der Landesgruppe mitbeeinflussen. In Zeiten der Klagen über Politikverdrossenheit und ständig abnehmender Wählerschaft könnte man von einem Luxusproblem der Wiener Grünen sprechen. Aber: Wer sind diese Unterstützer? Und vor allem: Was ist ihr Motiv? Diese Fragen versucht der Parteivorstand dieser Tage zu klären. Und er tut gut daran. Dass eine Partei wissen will, wer ihre Kandidaten letztlich mitbestimmt, ist verständlich. Dass jegliche Form von Unterwanderung verhindert werden soll, ebenso. Und die Gefahren einer "Autobusdemokratie", bei der Unterstützer herangekarrt werden, sind bekannt.

Die Grünen waren auf ihre Unterstützer allerdings nicht vorbereitet. Und machen in einer Hauruck-Aktion nun "Überprüfungen"- nach Kriterien, die Außenstehenden, nett gesagt, schwammig vorkommen. Das gehört geändert.

Die neuen Unterstützer werden im November beweisen müssen, wie ernst ihnen die nun immer wieder verlangte Neuorientierung ist. Denn wählen sie wieder nur die "alten", die langgedienten Grün-Abgeordneten, hätte sich dieses Projekt wohl selbst ad absurdum geführt. (Peter Mayr, DER STANDARD-Printausgabe, 12.6.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 74
1 2
NoPod
00
12.6.2009, 16:45
Bitte anschauen...

... http://www.wahltotal.at/questions/454

Interessant ist die Klage der Vorwahlen affinen Standardredakteurin, warum die Leute nicht gefragt werden. Helge hakt dann auch noch nach. War das nicht genau der Kritikpunkt der manche zu Vergleichen mit totalitären Systemen veranlasst hat?

alleswasmansagtistwahr
21
12.6.2009, 16:36
ich finde es auch eine frechheit

, dass ich bei den us-wahlen nicht mitwählen durfte!! #faschismus

Uatu - The Watcher
11
12.6.2009, 14:37

Die Kanditaten kommen doch immer aus der grünen Ortsgruppe, werden der Bezirksgruppe vorgestellt bzw. sind dort bereits Mitglied und werden bei der Landesvorstandssitzung den entsandten zum Landesvorstand vorgestellt und danach gewählt welche Position sie bekommen auf der Liste. Als das Maximum an Demokratie herkömmlicher Art.

El Coyote
00
13.6.2009, 18:51
Wenn alle Grün - WählerInnen auch MitgliederInnen sind.

Frage: Wollen das die Grünen (nämlich nur von ihren Mitgliedern gewählt werden) ?

Wie lautete der bemerkenswerte Satz von Maria Vassilakou:

"Für Stadtpartei-Chefin Maria Vassilakou bedeutet das, "dass wir jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen können und analysieren müssen, warum wir die Proteststimmen nicht gewinnen konnten"."
(http://derstandard.at/?url=/?id... 117154531)

Aha: Sie hätten lieber "Proteststimmen" (denen es wurscht ist, welche KandidatInnen wie wohin gekommen sind) als StammwählerInnen, die mitentscheiden wollen (aber schon einen anderen Job haben als sich in Gremien einen Dekubitus zu ersitzen).

NoPod
00
12.6.2009, 16:29

Ja aber da müssten sich die Vorwähler aus ihren Stühlen erheben, womöglich zu Bezirksgruppentreffen gehen, mitarbeiten, Infostände betreuen und auch sonst in ihrem Tun deutlich die Werbetrommel für die Grünen rühren.

Vielleicht können wir uns jetzt mal wieder wichtigen Dingen zuwenden?

buche
63
12.6.2009, 11:38
Zu Kreuze kriechen...

Lustig, jetzt wo die Grünen zeigen wer der Herr im Haus ist, kommt Helge plötzlich zu Kreuze gekrochen...
http://www.gruenevorwahlen.at/2009/06/a... goldwaage/

Ob da jemand seine Felle davon schwimmen sieht?

Jürgen Koprax
00
12.6.2009, 17:14

Folgenden Eigenschaften rechne ich hohen Wert zu:
Reflexionsfähigkeit,
eigene Fehler identifizieren,
aus Fehlern lernen,
Fehler öffentlich machen

Helge, so wirst du eh nie ein "guter" Politiker ;-)

Tom Schaffer
02
12.6.2009, 16:49

Welche Felle? Wenn die UnterstützerInnen zugelassen werden, dann haben Helge und die anderen davon überhaupt nichts. Sie haben klar ausgeschlossen, selbst kandidieren zu wollen. Den Respekt dafür, dass diese Menschen es probiert und sich für eine offenere Demokratie eingesetzt haben, den haben sie schon jetzt.

68_lebt
00
12.6.2009, 15:21
Sie haben in etwa dasselbe bereits gepostet.

Deshalb erlaube ich mir, auf ihr fast identisches Posting zum Artikel "Grünes Gewissen gefragt" noch einmal mit fast identischen Fragen zu reagieren (vielleicht werden sie ja diesmal beantwortet).

Der Inhalt ihres Postings ist mir nicht ganz klar:
1) Inwiefern zeigen die Grünen "wer Herr im Haus ist"
(was sie offensichtlich beeindruckt)?
2) Warum verstehen sie eine selbstkritischen Reflexion als ein "zu Kreuze kriechen"
3) Was meinen sie mit mit dem nebulösem Bild von den davon schwimmenden Fellen"?

The Real Zet
 
01
12.6.2009, 14:39
"Ich hab's verbockt."

"Es tut mir leid. Ich hab's verbockt. Das war mein Fehler, und ich übernehme für diese falsche Personalentscheidung die volle Verantwortung. I messed up."

Waren das die Worte eine grüne Frau? Eva Glawischnig vielleicht? Falsch. Ein schwarzer Mann. Barack Obama.

Wenn bei uns endlich jemand wirklich Verantwortung übernimmt und den Mut hat, öffentlich klüger zu werden, verdient er unseren vollsten Respekt. Abgesehen davon, dass man schon reichlich bösartig eingestellt sein muss, um aus diesem Text ein "zu Kreuze kriechen" heraus zu lesen.

Der Text von Helge verlangt jedenfall mehr Mut als, wie z.B Herr Werner-Lobo, mit Pseudo-Kraftausdrücken wie "l*ck mich", "ins Hirn g'sch*ssen", "ver*rsch*n" etc... um sich zu werfen.

OK?

Winter20
11
12.6.2009, 12:00
Öffentliche Selbstkritik

als Voraussetzung, um nach eigenem Fehlverhalten oder gesellschaftlichem Versagen wieder in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden?

buche
52
12.6.2009, 10:53
Sieht so Unterstützung aus?

Man sollte schon mit offenen Karten spielen in der Diskussion. Die Grünen tun das („wir wissen nicht wie wir damit umgehen sollen). Das läßt sie teilweise recht patschert dastehen, aber auch irgendwie sympathisch.

Die Vorwahlen tun das nicht. Die Vorwahlen haben zum Ziel, mit der absoluten Mehrheit der Stimmen die Parteiorganisation auszuschalten und ihre Kandidatenlisten zu wählen. Ist das Unterstützung? Ich nenne es eine feindliche Übernahme.

Denn die Wiener Grünen sind eine Organisation, die ihre Kandidaten selbst bestimmen können sollte, weil sonst weder der Wahlkampf noch die anschließende politische Arbeit funktioniert, wenn man den Funktionären irgendwelche Kandidaten aufdruckt, für die sie arbeiten sollen...

Jürgen Koprax
00
12.6.2009, 17:20

Niemand von den GrünenVW will die Grünen stürzen!

Warum sollten man das tun wollen? Hat sich irgendwer der dieser Meinung ist, schon mal überlegt was dies für Konsequenzen für die Grünen und die "Putscher" haben würde?

Tom Schaffer
03
12.6.2009, 16:59

Falsch. Das Ziel ist nicht die Parteiorganisation auszuschalten, sondern mehr Leute zur Wahl zu bringen. Was die wählen ist jedem einzelnen selbst überlassen - und wen sie zur Wahl als KandidatIn zulassen den Grünen.

Mak_ers
00
12.6.2009, 16:48
Patschert und sympatisch..

triffts halbwegs, zu sehen in den Videos die bei dem Meeting entstanden sind; gefunden hab ich sie hier:

http://ichmachpolitik.at/questions/454
sowie
http://ichmachpolitik.at/questions/453

Winter20
22
12.6.2009, 11:48
Feindliche Übernahme?

Wo käme man denn da hin, "wenn man den Funktionären irgendwelche Kandidaten aufdruckt, für die sie arbeiten sollen"?
Sind die Grünen mittlerweile dort angekommen, wo die ehemaligen Groß- und Altparteien immer schon waren? Berufs-Funktionäre und Apparatschicks entscheiden über die Kandidaten?

NoPod
00
12.6.2009, 16:35

Jeder Wähler wählt die Partei die seine Interessen vertritt.

Bei den Grünen wählen Mitglieder und Unterstützer die Kandidatenlisten.

Leute die ständig behaupten die Grünen wären wie andere Parteien, sollten sich durch Mitarbeit und Engagment vom Gegenteil überzeugen.
Reicht die Motivation dafür nicht aus, reicht es auch nicht zum Unterstützer.

la ardilla diablo
02
12.6.2009, 04:22

Ich habe auch einen Antrag gestellt. Denn immer nur jammern bringt auch nichts. Daher versuche ich mit dieser Aktion aktiv zu werden.
Leider ist die Reaktion mancher Politiker doch etwas unverständlich. Mich beschleicht bei den Vorwürfen, die den Vorwähleranwärtern gemacht werden immer stärker folgendes Gefühl: die Parteien wollen zwar unsere Stimmen haben, aber sie auf keinen Fall hören. Schade eigentlich...

4simo
01
12.6.2009, 10:12
gehen Sie einfach in Ihre Bezirksgruppe

Sie werden erstaunt sein, wie sehr Sie willkommen sind!

Jürgen Koprax
00
12.6.2009, 17:22

das werde ich tun...

und dann darüber bloggen ;-)

buche
32
12.6.2009, 10:35

ja aber da muss man mitarbeiten und nicht nur cool bloggen. das geht doch nicht...

Tom Schaffer
00
12.6.2009, 16:38

stimmt, in der fußgängerzone die leute im vorbeigehen anzuflyern is natürlich deutlich wertvoller als mit ihnen monatelang immer wieder in den pöhsen blogs zu diskutieren.

la ardilla diablo
00
12.6.2009, 14:18

ich habe keinen Blog.

adjua
55
12.6.2009, 02:08
Grüne Vorwahlen != Transparenz

Wie kommt der ominöse Herr Helge dazu, für die ganze Gruppe zu sprechen? Wer hat ihn gewählt?

Wieso sagt sein Cousin Werner-Lobo nicht öffentlich, daß er selbst kandidieren möchte?

Wieso wird auf der Website falsch bzw. irreführend argumentiert? Wo kann man beantragen, daß das geändert wird?

Was wie eine Gruppierung aussieht und sich also solche artikuliert, kann sich nicht hinter "wir sind ja eingentlich gar nicht ..." verstecken - und sollte demokratische Mindeststandards erfüllen, bevor sie bei anderen "mehr Transparenz" fordert.

Derzeit benehmen sich Helge & Co schlimmer als die Grünen, die sie kritisieren.

Tom Schaffer
01
12.6.2009, 16:39

helge = initiator
er spricht für sich, sonst niemanden. und das macht er auch wirklich immer klar. möglich, dass das in den medienberichten manchmal ausgeklammert wird.

werner-lobo weiß übrigens noch nichts von seinem glück.

übrigens: ich nehm an ich sprech mit der frau hofinger?

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