U-Bahn-Streik legte London lahm

11. Juni 2009, 18:55
3 Postings

Arbeitsausstand kostet die Londoner Wirtschaft nach Angaben der Handelskammer rund 100 Millionen Pfund

London - Harte Geduldsprobe für Millionen Pendler und Touristen in London: Ein U-Bahn-Streik hat die britische Metropole zwei Tage lang in ein Chaos gestürzt. Mehrere Linien waren sowohl am Mittwoch als auch am Donnerstag komplett dicht, andere fielen teilweise aus. Menschenmassen drängten sich in Bussen, überquerten die Themse mit Booten oder bahnten sich per Fahrrad einen Weg durch hoffnungslos verstopfte Straßen. Andere gingen zu Fuß zur Arbeit oder blieben gleich zu Hause.

Der 48-Stunden-Streik hatte am Dienstagabend begonnen. Auch wenn das Ende für Donnerstagabend angesetzt ist, rechneten die U-Bahn-Betriebe mit Störungen bis in den Freitag hinein. Die Gewerkschaft und Arbeitgeber streiten um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Die Arbeitnehmervertreter forderten fünf Prozent mehr Geld und einen Verzicht auf Stellenabbau.

Während die Gespräche am Donnerstag weitergingen, entschuldigte sich Bürgermeister Boris Johnson für "das Elend", in das die Londoner gestürzt worden seien. Die Londoner U-Bahn mit ihren elf Linien und ihren fast 270 Stationen wird täglich von mehr als drei Millionen Menschen genutzt. Die "Tube" ist die älteste U-Bahn der Welt und ärgert die Londoner immer wieder durch ihre zahlreichen Ausfälle. Auch gab es schon mehrmals Streiks. Der jetzige kostet die Londoner Wirtschaft nach Angaben der Handelskammer rund 100 Mio. Pfund (116,5 Mio. Euro).

Johnson kritisierte den Streik als "unnötig" und "absolut verrückt", als er mit vielen anderen Pendlern ein Boot bestieg, um die Themse Richtung Rathaus zu überqueren. "Ich gratuliere jedem, der es zur Arbeit geschafft hat, es ist heldenhaft, sich hier durchzuschlagen." Wegen des Streiks mussten sich am Mittwochabend auch zehntausende Fußballfans zum WM-Qualifikationsspiel zwischen England und Andorra im Londoner Wembley-Stadion zu Fuß oder mit dem Auto durchkämpfen. (APA/dpa)

Share if you care.