Königsklasse vor Spaltung?

11. Juni 2009, 14:17
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FIA vergibt am Freitag WM-Tickets 2010 - FOTA-Teams bleiben hart - Superfund unter zahlreichen Bewerbern

Wien - Der Formel 1 stehen möglicherweise zukunftsentscheidende Stunden bevor. Am Freitag wird bzw. könnte der Automobilweltverband FIA die Starterliste für die WM 2010 veröffentlichen. Die Entscheidung wird mit großer Spannung erwartet, schließlich laufen die in der FOTA vereinten Teams wie Ferrari, BMW, Renault, Toyota, McLaren oder Red Bull seit Monaten Sturm gegen die von der FIA für kommende Saison geplante freiwillige Budgetobergrenze von 45 Mio. Euro und könnten deshalb im Gegenzug vielleicht sogar aus der Formel 1 verbannt werden.

Maximal 13 Teams will die FIA für 2010 zulassen. Aufgrund der zahlreichen Bewerbungen von u.a. Superfund (mit Teamchef Alexander Wurz), Lola, March oder Prodrive ist jedoch der Andrang weitaus größer als der vorhandene Platz im F1-Zirkus. Angesichts von angeblich bis zu 20 Bewerbungen (die FIA hielt die Nennungen geheim) und der aktuellen Konflikte scheint es sogar möglich, dass die FIA große Namen aussperrt.

Vielleicht sogar Ferrari. Denn die Italiener rückten auch kurz vor der Entscheidung nicht von ihrem Standpunkt ab. "Die Position von Ferrari hat sich nicht verändert", sagte Teamchef Stefano Domenicali laut übereinstimmenden Medienberichten nach einem FOTA-Meeting am Mittwoch. Sollte keine Einigung möglich sein, "dann wird die FIA keine Möglichkeit haben, Ferrari auf die Liste der für 2010 eingeschriebenen Teams zu setzen", erklärte Domenicali. Man werde aber alles tun, um zu einer Lösung zu kommen, versicherte der Italiener.

Ecclestone warnt vor Alternativserie

Allerdings sagte Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone einer nicht mehr auszuschließenden Alternativserie bereits den Kampf an. "Wenn sie versuchen, ihre eigene Serie aufzubauen - und ich denke nicht, dass sie dazu in der Lage sind - stehen sie vor großen Problemen", zitierte der britische "Daily Express" den Rechtemitinhaber.

Abgesehen von seinen Verträgen mit den Teams verwies Ecclestone auf laufende Kontrakte mit Unternehmen und Fernsehanstalten. Sollten die Teams seine Vertragspartner aufsuchen, "würden wir das sehr ernsthaft betrachten", warnte er. Es könnte um bis zu Hunderte Millionen Pfund gehen. "Wer weiß, wie viel?", meinte Ecclestone.

Domenicali stellte unterdessen klar, dass die Scuderia bei der Entscheidung bleibe, die am 29. Mai erfolgte Einschreibung für 2010 an Bedingungen zu knüpfen. FIA-Chef Max Mosley hatte die acht in der FOTA vereinten Rennställe - Williams und Force India waren nach einer vorbehaltlosen Meldung für 2010 von der FOTA vorerst ausgeschlossen worden - aufgefordert, die Vorbehalte aufzugeben. Nach Bekanntgabe der Teilnehmer-Teams könne man sich zusammensetzen und die Regeln verändern. Das würde aber bedeuten, dass die FOTA kaum noch eine Handhabe gegen den Dachverband hätte.

Man habe bei der Nennung der FIA ein Dokument gegeben, in dem auch Ideen für weitere Kostensenkungen enthalten seien, erklärte Domenicali. Die italienische Traditionsmarke, als einziger Rennstall von WM-Beginn dabei, wehrt sich mit den anderen FOTA-Teams vor allem gegen die Budgetobergrenze. Wer sich an das Limit hält, bekommt als Belohnung klare Vorteile, unter anderem im Motor- und Aerodynamikbereich, zugestanden. Eine Zweiklassen-Gesellschaft auf der Strecke wäre die Folge.

Als Bedingungen für die Einschreibung hatten die acht Teams die Unterzeichnung eines neuen "Concorde Agreements" vor Freitag gefordert. Zudem wollen die Teams unter denselben Regeln wie 2009 fahren. Nach einem mittlerweile fast dreimonatigen Streit um das Reglement für 2010 bleibt es mehr denn je ungewiss, ob die Beteiligten auf den letzten Drücker noch die Kurve kriegen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ferrari contra FIA: Das Logo der Scuderia spiegelt sich auf einem Truck des Weltverbands in Istanbul.

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