Team Russia als letzte Yacht in Cochin eingetroffen

11. Juni 2009, 12:44
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In Flaute steckengeblieben - Hanakamp: "Wussten nicht, dass es so sehr daneben gehen kann"

Cochin - Nach 18 Tagen, 2 Stunden, 3 Minuten und 30 Sekunden hat am Mittwoch die Kosatka ("Killerwal") als letzte Jacht das Ziel der zweiten Etappe des Volvo Ocean Race in Cochin (Indien) erreicht. Die Enttäuschung war dem österreichischen Skipper des Team Russia und seiner zehnköpfigen Crew ins Gesicht geschrieben, da jedoch zeitgleich mit dem Eintreffen des Bootes die Eröffnungsfeier des Race Village in Cochin begann, machten 10.000 jubelnde Besucher den verspäteten Seglern Mut.

"Bei unserer Entscheidung war es klar, dass es ein Spiel um Alles oder Nicht sein würde. Wir wussten nicht, dass es so sehr daneben gehen kann", waren die ersten Worte von Hanakamp an Land. Dabei war es für das Team zwischendurch nicht mal so schlecht gelaufen, bei einem Punkte-Gate waren sie als Vierte vorbeigekommen. Auf der Suche nach Wind in einem großen Leichtwindgebiet entschied man sich, die Kosatka nach Osten zu steuern, der Rest der Flotte wählte den Westen. Eine Fehlentscheidung, wie sich herausstellte.

Ericsson 4 gewann bereits am Sonntag den zweiten Ozean-Abschnitt vor Telefonica Blue und dem zweiten Ericsson-Boot, während die Kosatka in der Flaute steckenblieb. In der Folge mussten sogar die Essensrationen an Bord gekürzt werden, weil man nicht wusste, wie schnell es weitergehen wird. Als sich die Kosatka auch noch in einem Fischernetz verfing, machte sich der Galgenhumor auf der Jacht breit, das Netz wurde als Souvenir eingepackt.

"Wir wussten, dass wir bei Leichtwind nicht zu den Schnellsten zählen, daher versuchten wir einen taktischen Vorteil zu erzielen. Wir hätten genauso gut zehn Meilen vor Ericsson ankommen können. Es war aber keine unüberlegte Entscheidung. Alle unsere Analysen haben uns auch diese Option aufgezeigt", rechtfertigste sich Hanakamp. "Ich bin so glücklich. Ich konnte es nicht mehr erwarten, diesen wundervollen Ort endlich zu sehen", meinte Team-Besitzer und Bugmann Oleg Scherebzow hörbar erleichtert; er war selbst am Steuer, als der zahme "Killerwal" im grellen Flutlicht anlegte.

Am 13. Dezember fällt der Startschuss zur dritten Etappe nach Singapur, die 1.950 Seemeilen sollten in unter zehn Tagen zurückgelegt werden können, um rechtzeitig zu Hause bei den Familien sein zu können. Aber was weiß man schon. (APA)

Zwischenstand Volvo Ocean Race nach zwei Etappen: 1. Ericsson 4 26 Punkte - 2. Telefonica Blue 19 - 3. PUMA Ocean Racing 18 - 4. Green Dragon 16 - 5. Ericsson 3 14,5 - 6. Telefonica Black 13,5 - 7. Delta Lloyd 7,5 - 8. Team Russia 7,5

 

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    Team Russia wird als letzte Crew in Cochin empfangen.

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