Brand im Cockpit einer Airbus-330-Maschine

11. Juni 2009, 18:31
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Die Maschine musste auf Guam notlanden - Ursache für Absturz baugleicher Air-France-Maschine ist weiter unklar

Sydney/Paris - Ein Feuer im Cockpit hat die Piloten eines Airbus 330 am Donnerstag zur Notlandung auf der Pazifikinsel Guam gezwungen. Die Piloten brachten das Flugzeug sicher zu Boden, teilte die australische Fluggesellschaft Jetstar am Donnerstag mit. Offenbar gab es Probleme mit dem Heizelement in einer Scheibe. Die Maschine ist ein baugleiches Modell wie jene am Pfingstmontag vor Brasilien abgestürzte Air-France-Maschine.

Die Piloten des Jetstar-Airbus hatten vier Stunden nach dem Start in Osaka in Japan die Flammen am rechten Cockpit-Fenster entdeckt. Sie streiften die Sauerstoffmasken über, löschten die Flammen mit dem Feuerlöscher, sendeten das Mayday-Notsignal aus und steuerten den nächsten Flughafen an. Die Passagiere - überwiegend japanische Urlauber - wurden auf Guam in Hotels untergebracht und sollten später weitergeflogen werden.

Die Maschine war nach Angaben von Jetstar-Chef Geoff Buchanan etwa zwei Jahre alt. Laut seinen Angaben war der Jetstar-Airbus am 6. Mai von Qantas-Ingenieuren gewartet worden. Jetstar ist die Billigfluglinie der australischen Qantas. "Das Fenster ist jenes, das original vom Hersteller eingebaut war", sagte Buchanan. "Wir haben so etwas nie zuvor erlebt."

Riss und Triebwerkschaden 

Ein weiterer Zwischenfall mit einem Airbus 320 ereignete sich am Donnerstag in Russland: Die Aeroflot-Maschine musste wegen eines Risses in einer Cockpit-Scheibe notlanden. Der Airbus hatte seinen Flug von Jakutsk nach Moskau in der sibirischen Metropole Nowosibirsk unterbrechen müssen, verletzt wurde niemand.

Am Mittwoch musste ein vollbesetztes Flugzeug der spanischen Gesellschaft Iberworld wegen eines Triebwerkschadens auf Gran Canaria notlanden. Wie die Flughafenbehörde mitteilte, konnten die aus Norwegen stammenden Passagiere die Maschine vom Typ Airbus A320 unverletzt verlassen. Die Maschine hätte von Gran Canaria nach Oslo fliegen sollen.

Zehn Tage nach dem Absturz des Airbusses in den Atlantik lehnt Air France weiterhin Aussagen über die Ursache ab. "Air France steht noch unter Schock", sagte Konzernchef Pierre-Henri Gourgeon am Donnerstag in Paris. Man habe Mitarbeiter und Fluggäste verloren. Das Unternehmen schulde es den Angehörigen der 228 Opfer, "nur von bewiesenen Tatsachen zu sprechen". Die A330-200 war am Pfingstmontag auf dem Flug von Rio nach Paris in ein Unwetter geraten und abgestürzt.

Der Ort und die Umstände des Absturzes machten lange Ermittlungen nötig, sagte Gourgeon. Bei der Aufklärung könnten die beiden Flugschreiber helfen. Aber noch nie seien solche Geräte aus so großer Tiefe geholt worden. "Wenn man sie nicht bergen kann, werden die Ermittlungen sehr viel länger dauern", sagte Gourgeon. "Man wird erheblich mehr wissen, wenn die Obduktion der Opfer den - wenn man so sagen kann - technischen Grund ihres Todes verständlicher macht." Auch die geborgenen Trümmer des Wracks könnten Hinweise auf den Verlauf des Unglücks geben. (red, DER STANDARD - Printausgabe, 12. Juni 2009)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Airbus der Fluglinie Jetstar.

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