Kolibris als "Jetpiloten" an der Belastungsgrenze

11. Juni 2009, 17:03
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93 km/h erreichen männliche Annakolibris, wenn sie mit einem Sturzflug Weibchen beeindrucken wollen

London - Kolibris werben mit einem tollkühnen Sturzflug um die Weibchen, wie Christopher Clark von der Universität Kalifornien in Berkeley mit Hilfe von Hochgeschwindigkeits-Videoaufnahmen beobachtete. Die Sturzflüge des Annakolibris (Calypte anna) von der amerikanischen Westküste beschreibt Clark in den britischen "Proceedings of the Royal Society B".

Die Tiere gehen dabei hart an ihr Limit: Ihre Maximalgeschwindigkeit beim Sturzflug betrug etwa 93 km/h. Damit sind die Tiere zwar langsamer als etwa Wanderfalken, die es  - so vermutet man zumindest - bis auf über 250 km/h bringen, ist aber immer noch sehr beachtlich. Der Kolibri legt pro Sekunden etwa 385 Körperlängen zurück.

Die Tiere schlagen zu Beginn des Sturzflugs noch mit den Flügeln, um sich zu beschleunigen, legen diese dann flach an den Körper und fangen sich schließlich wieder ab. Dabei treten Kräfte von etwa der neunfachen Erdbeschleunigung auf. Diese Beschleunigung sei die Höchste, die je von einem Wirbeltier bei einem freiwilligen Manöver beobachtet wurde, berichtet Clark. Sie ist vergleichbar mit den Kräften, denen sich Jetpiloten bei ihren Flugmanövern aussetzen. Nach seinen Berechnungen liegen die Vögel knapp unter der Belastungsgrenze für ihre Flugmuskeln. (APA/dpa/red)

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