Inoffizielle Annäherung zwischen Washington und Hamas

10. Juni 2009, 16:28
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Jimmy Carter kommt zu Treffen nach Damaskus

Damaskus - Die islamistische Palästinenserorganisation Hamas könnte durch die neue US-Politik der "ausgestreckten Hand" aus ihrer Isolation herausfinden. An diesem Donnerstag will der frühere US-Präsident Jimmy Carter in Syrien mit führenden Vertretern der radikalen Islamisten-Bewegung sprechen. Ein Sprecher der US-Botschaft in Damaskus bestätigte das Treffen am Mittwoch auf Anfrage, betonte aber, Carter komme nicht als Gesandter der US-Regierung nach Syrien. Am Freitag will der US-Nahostgesandte George Mitchell Damaskus besuchen.

Der Hamas-Vertreter im Libanon, Osama Hamdan, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa am Mittwoch in einem Telefoninterview: "Seit der Rede von US-Präsident Barack Obama in der Kairo-Universität in der vergangenen Woche hören wir (aus Washington) eine neue Sprache. Hamas wird sich von Carter die Haltung Obamas und dessen Politik in Bezug auf den Widerstand und die Region erklären lassen." Inzwischen habe jeder, der sich mit dem Nahostkonflikt befasse, verstanden, dass es "keine Lösungen gibt ohne Beteiligung der Hamas".

"Gewalt beenden"

Obama hatte in seiner Rede am 4. Juni erklärt: "Damit sie eine Rolle spielen kann bei der Erfüllung der Hoffnungen der Palästinenser, und damit das palästinensische Volk wieder geeint wird, muss Hamas die Gewalt beenden, frühere Vereinbarung respektieren und das Existenzrecht Israels anerkennen."

Carter will in Damaskus auch den syrischen Präsident Bashar al- Assad treffen. Assad hatte am Dienstag nach syrischen Medienberichten mit König Abdullah von Saudi-Arabien telefoniert. Beobachter vermuten, dass Abdullah den syrischen Staatschef aufgefordert hat, sich konstruktiv zu verhalten, falls die US-Regierung den Nahost- Friedensprozess wirklich wieder in Gang bringen sollte. Der frühere US-Präsident George W. Bush hatte sich stets gegen Kontakte zur Hamas gesperrt, die er als Terrororganisation bezeichnet hatte, was die neue US-Regierung nicht tut. (APA/dpa)

 

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